Zwischen Gößnitz und Zwickau stehen Reisenden ab Mitte August monatelange Einschränkungen bevor. Die Bahn bündelt Arbeiten an Gleisen, Brücken, Stellwerkstechnik und Bahnhöfen; Busse sollen die gesperrten Abschnitte ersetzen.
Die nächste große Bauphase auf der Sachsen-Franken-Magistrale führt vom 17. August bis 12. Dezember zu umfangreichen Streckensperrungen zwischen Gößnitz und Zwickau. Nach Angaben der Deutschen Bahn sollen in dieser Zeit zahlreiche Arbeiten gebündelt werden, um die Infrastruktur im Eisenbahnknoten Gößnitz und im Bahnhof Werdau zu modernisieren. Ziel sei eine leistungsfähigere Strecke mit mehr Kapazität, höherer Qualität und zuverlässigerem Bahnverkehr.
Im Knoten Gößnitz werden unter anderem Gleise und Weichen erneuert sowie Arbeiten an den Oberleitungsanlagen fortgesetzt. Außerdem sollen eine Eisenbahnbrücke in Ponitz und zwei Eisenbahnbrücken in Crimmitschau eingeschoben werden. Fortgeführt werden auch Arbeiten an Stützwänden entlang der Alexander-Puschkin-Straße in Gößnitz und der Kitscherstraße in Crimmitschau.
Im Bahnhof Werdau entstehen zwei jeweils 750 Meter lange Güterzugüberholungsgleise. Hinzu kommen neue Weichen, Signalanlagen und ein Zwischensignal am Bahnsteig 2. Dieses soll künftig das Kuppeln und Trennen von Zügen ermöglichen und damit Voraussetzungen für eine Ausweitung des S-Bahn-Angebots in Richtung Plauen ab Dezember schaffen. Der Bahnhof wird zudem mit neuen Bahnsteigdächern, einem Wegleitsystem, Anzeigern und einer erneuerten Personenunterführung modernisiert.
Die Bahn verweist zugleich auf angepasste Bauabläufe. In Gößnitz hätten komplexere Baugrundverhältnisse an einer Stützwand eine geänderte Bauweise erforderlich gemacht. Zudem wirkten sich bundesweit hohe Bautätigkeit sowie Engpässe bei Fachpersonal und Materialien in der Leit- und Sicherungstechnik auf den Ablauf aus. Die Inbetriebnahme noch im Bau befindlicher Gleisanlagen in Gößnitz ist nun für eine weitere Sperrpause 2027 vorgesehen. Auch die Inbetriebnahme der 750-Meter-Überholgleise in Werdau wurde von Oktober auf Dezember 2026 verschoben.
Für Reisende ist während der Sperrungen ein Schienenersatzverkehr mit Bussen geplant. Vom 17. bis 22. August sollen Busse zwischen Gößnitz und Zwickau fahren, vom 23. August bis 18. Oktober zwischen Altenburg und Zwickau und anschließend bis zum Fahrplanwechsel im Dezember erneut zwischen Gößnitz und Zwickau. Fahrplanänderungen sollen in digitalen Auskunftssystemen und an Bahnhöfen veröffentlicht werden. Ab dem 17. August fahren planmäßig keine S-Bahnen der DB Regio mehr bis Zwickau; mit dem Fahrplanwechsel übernimmt die Länderbahn die Verkehre der Linien S5/S5x auf diesem Abschnitt.
Die Sachsen-Franken-Magistrale verbindet auf rund 288 Kilometern unter anderem Dresden, Hof, Leipzig und Werdau. Sie wird grundlegend erneuert. Nach Abschluss des Ausbaus sollen Züge dort mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde statt bisher 120 Kilometern pro Stunde fahren können.

dpa
