Die Fertigung der neuen FLIRT-Intercity-Züge für GYSEV verläuft laut Herstellerangaben planmäßig. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2026 zur Typprüfung nach Ungarn geliefert werden.
Der Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler hat bei der Produktion der neuen FLIRT-Intercity-Elektrotriebzüge für GYSEV einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach Unternehmensangaben wurden die im ungarischen Werk in Szolnok gefertigten Wagenkästen bereits ins polnische Siedlce transportiert, wo derzeit die Endmontage der insgesamt elf Fahrzeuge erfolgt.
Die neuen Züge gelten als erste Intercity-Neubeschaffung in Ungarn seit rund 30 Jahren und sollen einen wesentlichen Beitrag zur Modernisierung des Fernverkehrs leisten. Die Auslieferung der ersten Einheiten zur Typprüfung in Ungarn ist für Ende 2026 vorgesehen. Nach Abschluss der Zulassungsverfahren sollen die Fahrzeuge schrittweise ab 2027 bis Sommer 2028 in den regulären Fahrgastbetrieb übergehen.
Die fünfteiligen Zweisystemtriebzüge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h und sind für grenzüberschreitende Einsätze ausgelegt. Künftig sollen sie die Intercity-Verbindungen von GYSEV zwischen Sopron und Budapest sowie zwischen Szombathely und Budapest verstärken. Aufgrund ihrer technischen Auslegung können die Fahrzeuge auch im österreichischen Netz eingesetzt werden.
Die Ausstattung der neuen FLIRT-Züge ist auf Fernverkehrsanforderungen ausgelegt. Vorgesehen sind Sitzplätze in erster und zweiter Klasse, klimatisierte und barrierefreie Fahrgastbereiche, moderne Fahrgastinformationssysteme sowie WLAN und USB-C-Ladeanschlüsse. Zusätzlich soll ein Bordrestaurant mit Snack- und Getränkeautomaten den Komfort auf längeren Reisen erhöhen. Saisonabhängig können zudem bis zu 18 Fahrräder transportiert werden.
Die Erprobung beginnt im August 2026 parallel in Rumänien, Tschechien und Ungarn. Stadler verweist zudem auf die Bedeutung des Werks in Szolnok für den weltweiten Erfolg der FLIRT-Plattform: Von rund 6.000 produzierten Wagenkästen stammen fast 4.000 aus Ungarn.

EVN
