Pro Bahn kritisiert geplante ÖPNV-Kürzungen in Chemnitz

Weniger Busse, längere Wartezeiten: Chemnitz will im Nahverkehr kürzen und Millionen sparen. Der Fahrgastverband sieht vor allem Schichtarbeitende und Pendler von den Plänen benachteiligt.

Der Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland kritisiert den Maßnahmenplan der Stadt Chemnitz zur Reduktion der Kosten im öffentlichen Nahverkehr. Die Kürzungspläne, über die der Stadtrat am Mittwoch entscheiden soll, sehen eine Einschränkung des Fahrplanangebots der Chemnitzer Verkehrs AG (CVAG) vor allem bei Buslinien vor. Die Stadt will so laut der entsprechenden Beschlussvorlage insgesamt rund 2,9 Millionen Euro sparen.

“Der öffentliche Nahverkehr ist kein beliebig kürzbares Angebot, sondern Teil der kommunalen Daseinsvorsorge”, sagte Markus Haubold, Vorsitzender von Pro Bahn Mitteldeutschland. Er müsse auch in den Abend- und Nachtstunden verfügbar sein – etwa für Beschäftigte im Schichtdienst, so der Vorsitzende.

Nachtbetrieb soll früher starten und später enden

Die Pläne sehen unter anderem vor, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember unter anderem den Nachtfahrbetrieb für alle Linien früher starten und am Wochenenden und Feiertagen später enden zu lassen, sodass künftig bereits ab 22.45 Uhr ein reduziertes Angebot gilt, weniger Linien verkehren und Reisezeiten und Umstiege zunehmen. Auch sollen unter anderem weniger Busse während der Sommerferien fahren und das Angebot auf mehreren Linien, in schwach ausgelasteten Zeiten “punktuell” angepasst werden, heißt es weiter.

Pro Bahn verweist unter anderem auf zuletzt gestiegene Fahrgastzahlen. “Wer Menschen für den Umstieg auf Bus und Bahn gewinnen will, darf das System nicht gleichzeitig unattraktiver machen.” Die Stadtverwaltung räumt in der Begründung ihrer Beschlussvorlage ein, dass die Maßnahmen die Qualität des städtischen Nahverkehrsangebots einschränken würden. Gleichzeitig blieben der “Großteil der Wege aller Fahrgäste” unberührt. Ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen. Steigende Betriebskosten, insbesondere für Personal, Kraftstoff und Energie, würden die Maßnahmen nötig machen.

dpa / EVN