Prozess um Tod von Bahn-Azubi – Verantwortlicher Kollege vor Gericht

Mehr als zwei Jahre nach dem tödlichen Unfall eines Bahn-Azubis in Hannover läuft vor dem Amtsgericht ein Prozess. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Bei einem tödlichen Arbeitsunfall ist am 8. September 2023 der 19-jährige Auszubildende Simon Hedemann im Güterbahnhof Hannover-Linden von einem Güterzug erfasst und tödlich verletzt worden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll ein damals verantwortlicher Kollege die Arbeiten unter unzureichenden Sicherheitsbedingungen organisiert haben. Der heute 37-jährige Signalmechaniker muss sich deshalb wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Laut Anklage hätte für die Arbeiten das betroffene Gleis gesperrt werden müssen. Stattdessen seien die Arbeiten bei laufendem Zugverkehr durchgeführt worden.

Nach Schilderungen des Vorfalls vom Unglückstag soll der Angeklagte eine unzureichende Gefährdungsbeurteilung getroffen und die sogenannte „Selbstsicherung“ für die Arbeit angeordnet haben. Per Zuruf sollte der 19-Jährige demnach vor herannahenden Zügen gewarnt werden. Dem Azubi gelang es jedoch nicht mehr, das Gleis rechtzeitig vor dem Güterzug zu verlassen.

Die Eltern des Getöteten treten im Verfahren als Nebenkläger auf. Sie kritisieren nach Medienberichten, dass der Unfall aus ihrer Sicht nicht ausreichend aufgearbeitet worden sei und werfen der Deutschen Bahn vor, keine Konsequenzen gezogen zu haben.

Der Prozess hatte am 2. März begonnen und soll an diesem Montag (16. März) fortgesetzt werden.

EVN