Die Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Obertraubling und Passau erfolgt in zwei Stufen. Während die Korridorsanierung 2026 läuft, wird die ETCS-Technik erst Jahre später umgesetzt.
Die Ausrüstung der Bahnstrecke Obertraubling–Passau mit dem europäischen Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS) soll erst im Jahr 2030 erfolgen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Zuvor ist vom 14. Juni bis 12. Dezember 2026 eine umfassende Korridorsanierung geplant.
Während der Bauphase wird der Nahverkehr durch Ersatzbusse sichergestellt. Im Fernverkehr sind zusätzliche Verbindungen zwischen München und Wien über Salzburg sowie Simbach vorgesehen. Für den Güterverkehr stehen Umleitungsstrecken über Salzburg–Rosenheim–München und Kufstein–Rosenheim–München zur Verfügung. Zeitweise sollen Güterzüge auch über den eingleisig befahrbaren Abschnitt von Passau bis Plattling und weiter über Landshut nach München oder Regensburg geführt werden.
Im Zuge der Sanierung werden Stellwerke entlang der Strecke auf elektronische Technik umgerüstet beziehungsweise modernisiert. Zudem sind vorbereitende Bauarbeiten wie Kabeltiefbau und Glasfaserverkabelung vorgesehen, um die spätere ETCS-Integration zu ermöglichen. Durch die Bündelung aufwendiger Maßnahmen soll der zusätzliche Sperrbedarf für die ETCS-Nachrüstung möglichst gering gehalten werden.
Aus Sicherheitsgründen macht die Bundesregierung keine detaillierten Angaben zum Zustand einzelner Stellwerke. Eine Veröffentlichung solcher Informationen könne Risiken für gezielte Angriffe auf die Infrastruktur erhöhen, hieß es.
EVN
