Unzufrieden mit dem Stand der Korridorsanierungen zeigt sich Bundesverkehrsminister Steffen Bilger. Er kritisiert lange Streckensperrungen und fehlende Verbesserungen etwa auf der Verbindung Berlin–Hamburg. Zugleich begrüßt er den geplanten Wettbewerb durch den Anbieter Italo.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) kritisiert die Deutsche Bahn für Probleme bei der Sanierung des Schienennetzes, wie etwa auf der Strecke von Berlin nach Hamburg. „Mit der bisherigen Umsetzung der Korridorsanierungen – dem Modernisieren von Gleisen, Weichen, Bahn- und Sicherheitstechnik – bin ich überhaupt nicht zufrieden“, sagte Bilger dem Spiegel. Man könne niemandem erklären, „warum Pendlerstrecken so lange gesperrt werden und die Situation danach noch immer nicht besser ist.“ Deshalb setze er sich mit allen Beteiligten zusammen und bilde sich dann eine Meinung.
Die Pläne des italienischen Zuganbieters Italo, Fahrten in Deutschland anzubieten, begrüßte Bilger. „Ich bin noch nie mit Italo gefahren und habe den Espresso deshalb nicht probiert“, sagte er. Aber klar sei, „dass Wettbewerb den Bahnkunden Vorteile bringt. Die Bahn fährt selbst ins europäische Ausland, sie muss das auch italienischen Konkurrenten zugestehen“, so der Verkehrsminister weiter. Neue Angebote zwischen Großstädten, wie Italo sie plant, dürften aber nicht dazu führen, dass es weniger Verbindungen in kleinere Städte gebe oder dass das Netz noch stärker belastet werde.
Das Sondervermögen biete eine gute Grundlage, die Modernisierung des Landes voranzutreiben. „Infrastruktur ist teuer. Aber wir haben so viel Geld wie noch nie für sie zur Verfügung, auch dank des Sondervermögens“, sagte Bilger. In der Vergangenheit habe es nicht nur am Geld gemangelt. „Wir waren viel zu langsam bei der Planung, die Prozesse waren langwierig, oft wurden Vorhaben beklagt. Und es gab Zweifel, ob die nötigen Mittel auch langfristig zur Verfügung stehen“, so der CDU-Politiker im Spiegel weiter. Man beweise jetzt: „Unsere Investitionen in die Infrastruktur sind kein Strohfeuer.“

dts Nachrichtenagentur / EVN
