Güterverkehr der Zukunft: ÖBB zeigen Vorteile der Digitalen Automatischen Kupplung

In Wien haben die ÖBB die Digitale Automatische Kupplung unter realen Bedingungen vorgeführt. Die Technologie soll automatisierte Abläufe, höhere Sicherheit und effizientere Prozesse im europäischen Schienengüterverkehr ermöglichen. Als Nächstes ist der Einsatz im kommerziellen Güterverkehr geplant.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben die Digitale Automatische Kupplung (DAK) am Frachtenbahnhof Floridsdorf in Wien unter realen Betriebsbedingungen demonstriert. Dabei wurde die Technologie mit der derzeit üblichen Schraubenkupplung verglichen. Die DAK soll die Grundlage für automatisierte, digitale und effizientere Prozesse im europäischen Schienengüterverkehr schaffen. Sie ermöglicht das automatische Kuppeln und Entkuppeln von Güterwagen sowie die durchgängige Übertragung von Energie und Daten entlang des Zuges.

Anwendungen wie automatisierte Bremsproben, die digitale Erfassung der Wagenreihung und perspektivisch die Überwachung der Zugintegrität sind mit der neuen Technik möglich. Zugleich sollen manuelle Tätigkeiten reduziert, die Sicherheit der Mitarbeiter erhöht und Betriebsabläufe beschleunigt werden.

Im Europe’s-Rail-Projekt FP5 TRANS4M-R setzen die ÖBB derzeit einen österreichischen Demonstratorzug ein. Neben Güterwagen sind dabei erstmals auch entsprechend ausgerüstete Lokomotiven mit DAK-Technologie beteiligt. Die bisherigen Tests, darunter auch Wintererprobungen in Österreich, hätten wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Technologie und den späteren europaweiten Einsatz geliefert, hieß es.

Als nächster Schritt ist der Einsatz sogenannter Pioneer DAC Trains (PioDAC) im kommerziellen Güterverkehr vorgesehen. Gemeinsam mit europäischen Partnern wollen die ÖBB dabei die Zulassungsreife und den wirtschaftlichen Nutzen der Technologie unter realen Marktbedingungen untersuchen.

Für eine europaweite Einführung sind laut ÖBB unter anderem technische Reife, betrieblicher Nutzen, einheitliche Standards, geeignete Zulassungsverfahren, Finanzierungsmodelle und ein abgestimmter europäischer Migrationsplan erforderlich.

EVN