Zwischen Mühldorf und Burghausen ist der Testbetrieb mit Wasserstoffzügen angelaufen. In den nächsten Wochen sammelt die Südostbayernbahn Erfahrungen mit dem neuen Fahrzeugtyp.
Auf der Bahnstrecke zwischen Mühldorf und Burghausen hat der praktische Testbetrieb für Bayerns erste reguläre Wasserstoffzugflotte begonnen. Bis zum 6. September sammelt die Südostbayernbahn (SOB) erste Erfahrungen mit dem neuen Zugtyp, bevor die Fahrzeuge Ende des Jahres offiziell den Fahrgastbetrieb aufnehmen.
Pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember sollen drei der von Siemens Mobility gefertigten Wasserstofftriebzüge die bisherigen Dieselfahrzeuge auf der rund 30 Kilometer langen Strecke Mühldorf–Burghausen ersetzen. Der Einsatz erfolgt im Rahmen des Verkehrsvertrags „Linienstern Mühldorf 2025+“. Vorgestellt wurde der erste Zug Mitte Juli in Mühldorf.
Emissionsfrei und leise auf nicht elektrifizierten Strecken
Die Fahrzeuge läuten den ersten Regelbetrieb mit Wasserstofftriebzügen im bayerischen Schienenpersonennahverkehr (SPNV) ein. Die Züge sind speziell für Strecken ohne Oberleitung konzipiert, fahren lokal emissionsfrei und sind deutlich leiser als Dieselzüge. Betankt werden sie an einer eigens errichteten Wasserstofftankstelle der DB Energie in Mühldorf, die zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben wird.
Das Projekt wird mit insgesamt rund 8,2 Millionen Euro aus Bundesmitteln sowie dem EU-Wiederaufbaufonds „NextGenerationEU“ gefördert. Davon entfallen etwa 4,4 Millionen Euro auf die Beschaffung der Züge und 3,8 Millionen Euro auf die Tankinfrastruktur.
Bis 2040 will Bayern Dieselzüge ersetzen
Neben Wasserstoff setzt Bayern für den Ausstieg aus dem Diesel auch auf den Ausbau von Oberleitungen sowie auf batterieelektrische Züge. Der Freistaat verfolgt das Ziel, den Dieselbetrieb im regionalen Schienenverkehr bis 2040 vollständig zu beenden.


EVN
