Mecklenburg-Vorpommern: Bahn-Fahrgäste müssen wegen Überfüllung zurückbleiben

Das Bahnangebot reicht im Sommer auf besonders nachgefragten Strecken in Mecklenburg-Vorpommern nicht aus. Neue Zahlen zeigen das Ausmaß.

Der Nahverkehr auf der Schiene in Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem im Sommer immer wieder so überlastet, dass nicht alle Fahrgäste mitgenommen werden können. Das geht aus Daten hervor, die das Wirtschaftsministerium auf Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Enseleit veröffentlicht hat. Das Ministerium beruft sich dabei auf Angaben der Eisenbahnunternehmen.

Demnach meldete die Deutsche Bahn, die zwei Drittel des Nahverkehrs im Bundesland abdecke, im vorigen Jahr 432 Fälle mit zurückgebliebenen Reisenden oder massiv überbesetzten Zügen.

Beschwerden haben zugenommen

Die Privatbahn ODEG erfasste den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 26 Fahrten, in denen Passagiere wegen Überfüllung nicht mitgenommen werden konnten. Zum Teil handelte es sich dabei um Reisende mit Fahrrad, für die in den Fahrzeugen kein Platz mehr war, wie es hieß. Bei dem Unternehmen gingen 67 Beschwerden wegen überfüllter Züge ein – deutlich mehr als im Jahr davor mit 22 Beschwerden.

Kapazitätsengpässe gibt es dem Ministerium zufolge vorrangig saisonal, im Sommer. „Sie konzentrieren sich insbesondere auf die Linien RE1 Rostock–Hamburg, RE3/30 Stralsund–Angermünde–Berlin, RE5/50/51 Rostock/Stralsund–Neustrelitz–Berlin, RE8 Wismar–Berlin und RE9 Rostock – Sassnitz/Binz.“ Dort sind viele Touristen unterwegs.

Angebot ausgeweitet

Das Land habe als Reaktion Angebotsausweitungen von mehr als 1,6 Millionen Zugkilometern vorgenommen. So sei in diesem Jahr ein stündliches Angebot auf der Achse Stralsund–Angermünde–Berlin mit den Linien RE3/30 eingeführt und damit die Kapazität dort annähernd verdoppelt worden.

dpa / EVN