Erste Tunnelbohrmaschine für Münchens zweite Stammstrecke fertiggestellt

178 Meter lang, 700 Tonnen schwer und bereit für den Einsatz: Die erste Tunnelbohrmaschine für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München ist fertiggestellt. Ab September soll sie loslegen.

Mit der Fertigstellung der ersten Tunnelbohrmaschine für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München rückt der Start des maschinellen Tunnelbaus für eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands näher. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde die Maschine nach erfolgreicher Werksabnahme beim Hersteller Herrenknecht an die zuständige Arbeitsgemeinschaft Tunnel Hauptbahnhof übergeben. Der Start des Tunnelvortriebs ist für September vorgesehen.

Zunächst soll die Spezialmaschine einen rund drei Kilometer langen Rettungs- und Erkundungstunnel herstellen. Dieser dient laut Projektverantwortlichen dazu, wichtige Erkenntnisse über die geologischen Bedingungen im Münchner Untergrund zu gewinnen und die späteren Arbeiten an den eigentlichen Verkehrstunneln vorzubereiten. Der Vortrieb beginnt nahe der Donnersbergerbrücke, wo die Tunnelbohrmaschine nach dem Transport in Einzelteilen wieder zusammengesetzt wird.

Die eigens für die Bedingungen unter der Münchner Innenstadt entwickelte Maschine ist rund 178 Meter lang, wiegt etwa 700 Tonnen und besitzt einen Durchmesser von fünf Metern. Zum Einsatz kommt eine sogenannte Mixshield-Tunnelbohrmaschine, die den Boden bereits während des Vortriebs stabilisiert. Mithilfe einer speziellen Stützflüssigkeit soll der Druck im Untergrund präzise reguliert werden, um Setzungen an der Oberfläche möglichst gering zu halten. Dies gilt insbesondere als entscheidend, da die Tunnel in mehr als 40 Metern Tiefe unter dem Grundwasserspiegel verlaufen und teils dicht unter bestehenden S- und U-Bahn-Linien hindurchführen.

Insgesamt entstehen im Rahmen der zweiten Stammstrecke sechs Tunnelröhren, darunter zwei Verkehrstunnel aus östlicher und westlicher Richtung sowie zwei Rettungs- und Erkundungstunnel. Der Bau der ersten Verkehrstunnel ist ab 2028 geplant. Zudem will die Deutsche Bahn die Öffentlichkeit in die Namensgebung der ersten Tunnelbohrmaschine einbinden. Bürgerinnen und Bürger sollen ab Sommer Vorschläge einreichen und online über Favoriten abstimmen können. Die Inbetriebnahme der zweiten Stammstrecke ist nach aktuellem Stand zwischen 2035 und 2037 vorgesehen.

EVN