Die Grünen wünschen sich das 9-Euro-Ticket zurück. Auf ihrem Bundesparteitag in Hannover hat sich die Partei für eine deutliche Preissenkung des Deutschlandtickets ausgesprochen. Wie realistisch ist das?
Die Grünen wollen, dass der Preis für ein Ticketabo für Deutschland künftig wieder neun Euro im Monat kostet. Bei ihrem Bundesparteitag in Hannover stimmte eine Mehrheit der Delegierten für einen entsprechenden Vorschlag der Grünen Jugend. In einem Antrag zum Klimaschutz wurde daraufhin dieser Satz eingefügt: „Auch beim Deutschlandticket braucht es eine stärkere Beteiligung des Bundes, damit der Preis mit steigendem Ausbau des ÖPNV wieder auf 9 Euro sinken kann – denn das ist unser Ziel.“
Vorschlag des Parteivorstands setzt sich nicht durch
Der Bundesvorstand hatte sich ebenfalls für eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der durch die Monatskarte entstehenden Kosten ausgesprochen. Allerdings warb der Parteivorstand für einen Preis von 49 Euro pro Monat. Auch der Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter sprach sich für die 49-Euro-Variante aus. Er sagte, es sei besser, realistische politische Ziele zu formulieren.
Das 9-Euro-Ticket wurde von der damaligen Ampel-Regierung im Sommer 2022 ursprünglich als dreimonatiges Entlastungsangebot eingeführt und vom Bund mit 2,5 Milliarden Euro finanziert, wodurch Millionen Menschen bundesweit den Nah- und Regionalverkehr für nur neun Euro pro Monat nutzen konnten. Später folgte nach langen Finanzierungsdebatten zwischen Bund und Ländern im Mai 2023 das Deutschlandticket für 49 Euro pro Monat. Die Finanzierung ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Bund und Ländern. Ab Anfang 2026 kostet das als Abo angebotene Ticket 63 Euro. Aktuell liegt der Preis bei 58 Euro im Monat.
Als Oppositionsfraktion haben die Grünen im Bundestag zurzeit keinen unmittelbaren Einfluss auf die Verkehrspolitik der Bundesregierung. Über ihre Beteiligung an sieben Landesregierungen sitzen sie beim Thema Finanzierung des Deutschlandtickets jedoch mit am Tisch.
dpa / EVN
