Unternehmen zeigen Interesse an Nutzung der Hunsrückquerbahn

Unternehmen aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis haben sich über Nutzungsmöglichkeiten der Hunsrückquerbahn informiert. Im Fokus stand dabei vor allem die Wiederaufnahme des Schienengüterverkehrs nach der laufenden Sanierung der Trasse.

Bei einer Informationsveranstaltung im Rhein-Hunsrück-Kreis sind Unternehmen am Donnerstagabend über Nutzungsmöglichkeiten der Hunsrückquerbahn informiert worden. Hintergrund ist die kurz vor dem Abschluss stehende Sanierung der Strecke zwischen Langenlonsheim und Büchenbeuren durch die Deutsche Bahn.

Das Land Rheinland-Pfalz prüft derzeit mögliche Nutzungsszenarien und Bedarfe. Ziel der Veranstaltung war es, insbesondere Chancen im Güterverkehr aufzuzeigen und aus praktischer Erfahrung über Einsatzmöglichkeiten zu berichten. Dabei hob die Kreisverwaltung die Bedeutung einer Bahnanbindung für die regionale Wirtschaft hervor.

Alexander Neubauer, Prokurist des Eisenbahnunternehmens ZL-Traktion, sagte vor Ort gegenüber Christian Huwer von Südwest-Events, dass die Streckengeschwindigkeit wieder auf 50 km/h angehoben und auch die Bahnübergänge erneut technisch gesichert werden müssten. Aussagen des Infrastrukturbetreibers DB InfraGO, wonach die Unternehmen an einer Streckennutzung kein Interesse hätten, bezeichnete Neubauer als falsch. Die Unternehmen wollten sehr wohl über eine Nutzung nachdenken, erklärte er. Nun gelte es, konkrete Informationen darüber zu sammeln, von wo nach wo Transporte tatsächlich gewünscht seien.

Volker Boch, Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, betonte im Gespräch, dass es sich weniger um eine Reaktivierung als vielmehr um eine “Aktivierung” handle, da die Strecke nie offiziell stillgelegt worden sei. Zudem habe DB InfraGO erhebliche Mittel in die Sanierung investiert, weshalb die Hoffnung bestehe, die Strecke künftig wieder mit Verkehr zu beleben. Aktuell müsse noch geklärt werden, welche Geschwindigkeit künftig gelten solle, wobei perspektivisch deutlich mehr als die derzeit zulässigen 10 bis 20 km/h möglich seien. Insgesamt biete sich nach seiner Ansicht durch die umfangreiche Streckensanierung eine einmalige Chance für die Region.

Angesprochen auf einen möglichen Personenverkehr, erklärte Boch, dass zunächst eine Kosten-Nutzen-Analyse erforderlich sei. Er sei aber zuversichtlich, dass es Menschen in der Region gäbe, die ein entsprechendes Zugangebot nutzen würden.

Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Koblenz musste die Deutsche Bahn die Strecke der Hunsrückquerbahn wieder in einen technischen Zustand versetzen, der einen Zugverkehr möglich macht.

EVN