Vor der Verkehrsministerkonferenz in dieser Woche drängt der Verkehrsclub Deutschland auf eine Reform der Trassenpreise. Der Verband warnt vor möglichen Angebotskürzungen im Regionalverkehr und fordert zusätzliche Mittel vom Bund.
Bei der Verkehrsministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag steht auch das Thema Trassenpreise im Schienenverkehr auf der Tagesordnung. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt wegen der steigenden Nutzungsgebühren vor möglichen Kürzungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr sowie vor höheren Ticketpreisen.
Hintergrund ist, dass der Europäische Gerichtshof die deutsche Trassenpreisbremse im März für rechtswidrig erklärt hat, wodurch die Kosten für Bahnunternehmen steigen und weitere Preissteigerungen zu erwarten sind.
Die VCD-Bundesvorsitzende Christiane Rohleder fordert eine Reform des Trassenpreissystems und unterstützt die entsprechenden Bestrebungen der Verkehrsministerkonferenz. Zudem solle der Bund die Länder nicht mit den zusätzlichen Kosten alleinlassen und die Regionalisierungsmittel kurzfristig erhöhen. Der Verband verweist außerdem auf die Bedeutung einer besseren Bahnanbindung im ländlichen Raum, damit mehr Menschen vom Deutschlandticket profitieren könnten.
Nach Darstellung des VCD werden die Trassenpreise in Deutschland bislang nach dem Vollkostenprinzip berechnet, sodass die Bahnunternehmen die gesamten Betriebskosten des Schienennetzes einschließlich der Kapitalkosten tragen müssten. Der Verband spricht sich stattdessen für das Grenzkostenprinzip aus, bei dem die unmittelbar durch eine Zugfahrt verursachten Kosten wie Betriebs- und Verschleißkosten berücksichtigt würden. Ziel der geforderten Reform sei es, die Trassenpreise stabil zu halten und das Zugangebot auszuweiten.

EVN
