Rund 600 Kilometer öffentliche Bahnstrecken betreiben nichtbundeseigene Eisenbahnen in Bayern. Der VNEI sieht einen jährlichen Erneuerungsbedarf von 20 bis 24 Millionen Euro und fordert ein dauerhaftes Förderprogramm sowie einfachere Verwaltungsverfahren.
Der Verband nichtbundeseigener Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber (VNEI) hat am vergangenen Dienstag (13. Oktober) im Bayerischen Landtag die Situation der nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) vorgestellt. Nach Angaben des Verbands betreiben 22 Unternehmen in Bayern rund 600 Kilometer öffentliche Bahnstrecken. Der jährliche Erneuerungsbedarf für das Streckennetz belaufe sich auf 20 bis 24 Millionen Euro; Bahnübergänge, Stationen und laufende Unterhaltung seien darin noch nicht enthalten.
Im bayerischen Doppelhaushalt 2026/27 seien für NE-Bahnen dagegen jährlich nur zwei Millionen Euro vorgesehen. Der VNEI fordert deshalb ein eigenständiges Landesprogramm für Ersatzinvestitionen mit einem jährlichen Volumen von 20 bis 24 Millionen Euro und einer Förderung von bis zu 80 Prozent unter Anrechnung von Bundesmitteln. Als weiteren Vergleich nennt der Verband Baden-Württemberg, wo nach seiner Darstellung rund 24.000 Euro je Streckenkilometer bereitgestellt würden, gegenüber etwa 3.300 Euro in Bayern.
Darüber hinaus plädiert der Verband für die Vereinfachung von fünf Verfahren, darunter die Vegetationspflege an Gleisen, Regelungen zum Ausgleich für Bahnübergänge und Abläufe der Landeseisenbahnaufsicht. Mit Blick auf die Verkehrsministerkonferenz am 21. und 22. Oktober in Hohenschwangau spricht sich der VNEI dafür aus, die Förderfähigkeit an die jeweilige Strecke statt an deren Eigentümer zu knüpfen.
Welche Vorschläge der Landtag aufgreifen wird, ist laut Mitteilung des Verbands noch offen. Geschäftsführer Roman Müller-Böhm warnte, fehlende Mittel für die Erneuerung führten nicht unmittelbar zu unsicherem Zugverkehr, sondern zu niedrigeren Geschwindigkeiten und langfristig zur Einstellung des Betriebs.

EVN
