Ab Dezember sollen 16 neue Batteriezüge die bislang nicht elektrifizierte Strecke zwischen Leipzig, Grimma und Döbeln bedienen. Die S1 wird damit erstmals direkt durch das Muldental bis nach Leipzig geführt.
Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember sollen 16 neue Batteriezüge des Typs Siemens Mireo Plus B auf der S-Bahn-Linie S1 zwischen Leipzig, Grimma und Döbeln eingesetzt werden. Die bislang auf der nicht elektrifizierten Strecke fahrenden Dieselzüge werden damit ersetzt. Auf der InnoTrans in Berlin wurden nun die Schlüssel für die Fahrzeuge symbolisch an die ZVNL Schienenfahrzeug GmbH (ZVNLS) übergeben.
Die S1 soll künftig von Döbeln und Grimma ohne Umstieg durch den Leipziger City-Tunnel zum Leipziger Hauptbahnhof und weiter bis Leipzig-Miltitzer Allee fahren. Damit wird das Muldental erstmals direkt an das Leipziger S-Bahn-Netz angebunden. DB Regio Südost übernimmt die Verkehrsleistungen im Auftrag des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und des Zweckverbands Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS).
Die Mireo Plus B bieten in Doppeltraktion Platz für bis zu 540 Fahrgäste, wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte. Zur Ausstattung gehören unter anderem Mehrzweck- und Familienbereiche, eine 1. Klasse, WLAN, Steckdosen und USB-C-Anschlüsse. Zudem verfügen die Züge über Echtzeit-Fahrgastinformationen und eine von Siemens Mobility entwickelte Lösung zur Verbesserung des Mobilfunkempfangs.
Die Beschaffung der Fahrzeuge wurde 2023 im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) durch den Bund und den Freistaat Sachsen gefördert. Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung stellte der ZVNL Schienenfahrzeug GmbH als künftiger Eigentümerin dafür 120 Millionen Euro bereit.
Die Batteriezüge waren bereits Bestandteil der Planungen für das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz (MDSB2025plus). Mit ihrer Inbetriebnahme sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, die nicht elektrifizierte Strecke dauerhaft in das S-Bahn-System einzubinden und die bisherigen Dieselzüge abzulösen.

EVN
