Pro Bahn weist den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger zurück, den Zugang zu Bahnsteigen im Fernverkehr an eine gültige Fahrkarte zu knüpfen. Zugangsschleusen seien kein geeignetes Mittel gegen Angriffe und könnten den Bahnbetrieb beeinträchtigen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn lehnt Zugangskontrollen zu den Bahnsteigen deutscher Bahnhöfe ab. Anlass ist der Vorstoß von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, den Zugang zu Gleisen im Fernverkehr an eine gültige Fahrkarte zu knüpfen.
Nach Angaben des Verbands würden Fahrkartenschleusen keinen wirksamen Schutz vor Angriffen oder Sabotage bieten. Pro-Bahn-Bundesvorsitzender Lukas Iffländer fordert stattdessen eine dauerhafte Präsenz von Bundespolizei und DB-Sicherheitskräften an großen Bahnhöfen sowie technische Lösungen zur Gefahrenerkennung.
Der Verband verweist zudem auf die betrieblichen Besonderheiten deutscher Bahnhöfe, an denen Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr häufig gemeinsame Bahnsteige, Treppen und Unterführungen nutzen. Zugangsschleusen könnten aus Sicht von Pro Bahn Übergangszeiten verlängern und bei kurzfristigen Gleiswechseln zu Verzögerungen führen.
Auch für Abholer, Begleitpersonen und Nutzer von Mobilitätsdiensten müsse der Bahnhof als öffentlicher Raum zugänglich bleiben. Pro Bahn erinnert daran, dass die Bahnsteigsperre und die Bahnsteigkarte in Deutschland 1974 abgeschafft wurden. Der Verband spricht sich dafür aus, Fahrkarten weiterhin im Zug zu kontrollieren.

EVN
