Alkoholverbot rund um Hamburger Hauptbahnhof zeigt Wirkung

Weniger Trinkgruppen, mehr Ruhe und ein verbessertes Sicherheitsgefühl rund um den Hamburger Hauptbahnhof: Die Ausweitung des Alkoholkonsumverbots zeigt nach ersten Einschätzungen Wirkung. Besonders rund um den Hansaplatz ist die Polizei häufiger präsent.

Die seit August geltende Ausweitung des Alkoholkonsumverbots rund um den Hamburger Hauptbahnhof hat nach Angaben von Polizei und Anwohnern zu einer spürbaren Entlastung geführt. An bekannten Treffpunkten wie dem Hansabrunnen und dem Steindamm hielten sich demnach weniger alkoholtrinkende Gruppen auf. Auch der Betreiber einer Kneipe am Hansaplatz berichtet von einer ruhigeren Situation.

Das Verbot untersagt nicht den Besitz von Alkohol, sondern dessen Konsum in den ausgewiesenen Bereichen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 200 Euro. Seit Jahresbeginn wurden laut Polizei mehr als 250 Verstöße angezeigt, rund 200 davon allein in den ersten drei Augustwochen.

Für den Kneipenwirt Mehmet Simsit ist die Entwicklung besonders wichtig. Er hatte sich nach einem Angriff mit einer Glasflasche im vergangenen Jahr für das Verbot eingesetzt. Heute sagt er, er fühle sich durch die zurückgegangenen Trinkgruppen sicherer.

Eine Verlagerung der Gruppen in andere Bereiche des Stadtteils stellt die Polizei bislang nicht fest. Parallel zum Verbot setzt die Stadt auf Hilfsangebote für suchtkranke Menschen. Die zunächst auf ein Jahr befristete Maßnahme soll zudem wissenschaftlich und durch Befragungen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Einrichtungen begleitet werden.

EVN / dpa