Wegen eines defekten Stellwerks können seit Tagen keine Züge durch Wuppertal fahren. Techniker sind im Einsatz – doch die Suche nach dem Fehler gestaltet sich laut Bahn kompliziert.
Wegen eines defekten Stellwerks können seit mehreren Tagen erneut keine Züge durch Wuppertal fahren. Der Fehler sei am Donnerstagmorgen aufgetreten, sagte ein Bahnsprecher. Technikern sei es seitdem nicht gelungen, die Ursache für die Störung zu identifizieren. Inzwischen sei auch der Hersteller der Stellwerkstechnik eingebunden, um den Fehler weiter einzugrenzen, sagte der Sprecher.
Wann wieder Züge zwischen Düsseldorf und Hagen fahren können, sei unklar. Betroffen sind mehrere S-Bahnen und Regionalexpress-Linien. Fernzüge werden im Moment ohnehin umgeleitet.
Verkehr sollte nach monatelanger Sperrung wieder anlaufen
Rund um Wuppertal läuft seit Anfang Februar die umfangreiche Generalsanierung der Strecke von Köln nach Hagen. Die Strecke ist dafür gesperrt. Gut fünf Monate lang fahren alle Fernzüge etwa von Köln nach Berlin und Hamburg einen weiten Bogen über das Ruhrgebiet. Für die Pendler in der Region fahren rund 200 Ersatzbusse.
Den Plänen zufolge soll die Generalsanierung bis zum 10. Juli abgeschlossen sein. Zuletzt hatte die Bahn allerdings schon einige S-Bahn-Gleise der Strecke von Düsseldorf über Wuppertal nach Hagen freigegeben, die teilweise parallel verlaufen. Doch nach wenigen Tagen stand der Zugverkehr durch den Stellwerks-Ausfall erneut still.
Stellwerke wurden bei Generalsanierung ausgeklammert
Dass die Stellwerke entlang der Strecke teils marode sind, ist längst bekannt. Von den acht Stellwerken in dem Abschnitt sind nach früheren Angaben des Bundesverkehrsministeriums lediglich drei in gerade noch befriedigendem Zustand. Für drei weitere bewertete das Ministerium den Zustand im Januar mit Schulnoten zwischen 4,5 und 4,7. Zwei Stellwerke bekamen die Note 6,0 – also glatt ungenügend.
Dennoch hatte die Bahn die Stellwerke bei der Generalsanierung der Strecke komplett ausgeklammert und angekündigt, eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Technik sei erst “weit in den 2030er Jahren” geplant. Die Grünen im Bundestag hatten die Generalsanierung daraufhin als “Schummel-Sanierung” bezeichnet.
In einem Stellwerk sorgen die sogenannten Fahrdienstleiter dafür, dass Züge von A nach B kommen – etwa indem sie Weichen richtig stellen und die Signale auf Grün schalten, wenn ein Gleisabschnitt frei ist. Probleme mit alten Stellwerken führen immer wieder zu Verzögerungen im Bahnverkehr.
dpa
