Siemens präsentiert neue Vectron X und eröffnet Rail Service Center in München-Allach

Mehr Digitalisierung auf der Schiene: Siemens Mobility hat mit der Vectron X eine neue Lokomotivgeneration vorgestellt und zugleich ein neues Rail Service Center in München-Allach eröffnet. Ziel sind effizienterer Betrieb und schnellere Wartung.

Siemens Mobility hat in München-Allach eine neue Generation digitalisierter Lokomotiven für den Güter- und Personenverkehr vorgestellt. Die neue Vectron X basiert auf der etablierten Vectron-Plattform und erweitert diese um softwarebasierte Funktionen, app-gesteuerte Anwendungen sowie offene Schnittstellen für Drittanbieter. Gleichzeitig eröffnete das Unternehmen ein neues Rail Service Center, das die Wartungskapazitäten für Vectron-Lokomotiven in Europa deutlich erhöhen soll.

Im Mittelpunkt der neuen Lokomotive steht ein digitalisiertes Bedienkonzept im Führerstand. Ein zentraler Smart Screen bündelt betriebliche Informationen, Streckendaten und Anwendungen für Triebfahrzeugführerinnen und -führer. Über die Funktion „TrainPlay“ sollen künftig Anwendungen, die bislang häufig über Smartphones oder Tablets genutzt werden, direkt im Führerstand verfügbar sein. Siemens spricht von einer CarPlay-ähnlichen Lösung für Lokomotiven, die Arbeitsabläufe vereinfachen und den Bedienkomfort erhöhen soll.

Darüber hinaus setzt die Vectron X auf nahezu Echtzeit-Konnektivität. Betriebsdaten können kontinuierlich übertragen und ausgewertet werden, um technische Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Dadurch sollen Wartungsprozesse stärker vorausschauend organisiert, ungeplante Ausfälle reduziert und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge erhöht werden. Auch neue Remote-Funktionen wie ein Fernstart der Lokomotive sollen den Betrieb flexibler gestalten.

Die Vectron X ist Teil des offenen digitalen Siemens-Xcelerator-Ökosystems und soll sich über standardisierte Schnittstellen an künftige Anforderungen von Bahnbetreibern anpassen lassen. Nach Unternehmensangaben wurden bislang knapp 3.000 Fahrzeuge der bisherigen Vectron-Plattform verkauft.

Parallel dazu nahm Siemens Mobility ein neues Rail Service Center in München-Allach in Betrieb. Nach umfassendem Ausbau sollen dort künftig bis zu 80 Revisionen und Unfallinstandsetzungen pro Jahr durchgeführt werden – deutlich mehr als bislang. Das Unternehmen investierte nach eigenen Angaben rund 250 Millionen Euro in den Standort und will durch digitale Werkstattprozesse die Wartungszeiten für Kunden in Europa verkürzen.

EVN