S-Bahn München: Live-Auslastungsanzeige auf gesamter Stammstrecke

Die Deutsche Bahn baut ihr Auslastungssystem „DB Lightgate“ in München weiter aus. Fahrgäste erhalten nun auf der gesamten Stammstrecke und an weiteren Außenästen Echtzeitinformationen zur Belegung der nächsten S-Bahn.

Mit dem weiteren Ausbau des Systems „DB Lightgate“ erweitert die Deutsche Bahn die Live-Auslastungsanzeige für Fahrgäste der Münchner S-Bahn deutlich. Wie das Unternehmen mitteilte, ist die Technologie inzwischen an allen Bahnhöfen der Stammstrecke sowie an zusätzlichen Stationen der Linien S1 und S8 verfügbar. Insgesamt zeigen fast 100 Displays an 20 Stationen in Echtzeit an, wie stark einzelne Wagen des nächsten Zuges ausgelastet sind.

Das System soll nach Angaben der Deutschen Bahn dazu beitragen, Fahrgastströme besser zu verteilen und den Einstieg in die Züge effizienter zu gestalten. Durch weniger Gedränge an stark frequentierten Türen könnten Haltezeiten reduziert und die Betriebsstabilität verbessert werden. Die S-Bahn München verfolgt damit nach eigenen Angaben das Ziel, sowohl den Komfort für Fahrgäste als auch die Pünktlichkeit im Netz zu steigern.

Die Live-Anzeigen basieren auf Sensorik entlang der Gleise. Zum Einsatz kommen LED-Lichtschranken, die vorbeifahrende S-Bahnen erfassen und anhand der Unterbrechungen der Lichtsignale Rückschlüsse auf die Zahl der Fahrgäste in den einzelnen Wagen ermöglichen. Das System wurde ursprünglich von der S-Bahn Hamburg entwickelt und ist dort bereits seit mehreren Jahren im Einsatz.

Nach Angaben der Bahn sollen künftig Sensoren im gesamten Münchner S-Bahn-Netz installiert werden. Die sichtbare Bahnsteiganzeige werde jedoch zunächst auf rund 50 stadtnah gelegene Bahnhöfe mit entsprechender technischer Ausstattung konzentriert. Zusätzlich sollen die erfassten Daten perspektivisch in der Leitstelle genutzt werden, um Betriebsentscheidungen besser an die aktuelle Zugauslastung anzupassen.

Zudem testet die S-Bahn München derzeit eine KI-gestützte Auslastungsprognose. Diese soll gemessene Echtzeitdaten mit berechneten Vorhersagen kombinieren, um Fahrgäste noch früher über freie Kapazitäten in einzelnen Wagen zu informieren. Vor einer Einführung seien laut Deutscher Bahn jedoch noch umfangreiche Tests erforderlich.

EVN