Für das Mitteldeutsche S-Bahnnetz II beginnt die europaweite Suche nach einem neuen Betreiber. Ab Ende 2031 sollen größere Kapazitäten, neue Direktverbindungen und mehr Komfort den Nahverkehr in Sachsen-Anhalt und der Region stärken.
Die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH) hat gemeinsam mit dem Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und dem Land Brandenburg das Vergabeverfahren für das Mitteldeutsche S-Bahnnetz II gestartet. Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt wird europaweit ein Eisenbahnverkehrsunternehmen gesucht, das das Netz von Dezember 2031 bis zum Fahrplanwechsel 2045 betreibt. Pro Jahr umfasst das ausgeschriebene Netz bis zu rund 8,4 Millionen Zugkilometer.
Im Mittelpunkt der Neuausschreibung stehen größere Kapazitäten in den Zügen sowie Anpassungen des Angebots. Ziel ist es laut den beteiligten Aufgabenträgern, den Bahnverkehr attraktiver zu machen und mehr Platz für Fahrgäste sowie die Fahrradmitnahme zu schaffen. Darüber hinaus sollen einzelne Linien neu strukturiert und erweitert werden.
Zum Netz gehören künftig unter anderem Verbindungen von Dessau über den Leipziger Citytunnel nach Markkleeberg-Gaschwitz, Strecken von Lutherstadt Wittenberg und Dessau nach Halle (Saale) sowie die stark frequentierte Expresslinie zwischen Magdeburg, Dessau und Leipzig. Zusätzlich sollen die bisherigen S-Bahnlinien von Sangerhausen nach Halle (Saale) und von Halle (Saale) nach Eilenburg zu einer durchgehenden Linie zusammengeführt werden.
Optional sieht die Ausschreibung weitere Leistungen vor, darunter zusätzliche Zugverbindungen zwischen Magdeburg und Dessau, eine Linie von Leipzig nach Delitzsch sowie eine Taktverdichtung auf der Strecke Lutherstadt Wittenberg–Falkenberg (Elster). Insgesamt umfasst das Vergabeverfahren rund ein Fünftel des gesamten Schienenpersonennahverkehrs in Sachsen-Anhalt.
Derzeit wird das Mitteldeutsche S-Bahnnetz II von der DB Regio AG betrieben. Der bestehende Vertrag endet im Dezember 2030. Da der neue Verkehrsvertrag erst Ende 2031 beginnen soll, planen die beteiligten Auftraggeber ein Übergangsjahr. Die Zuschlagserteilung für den neuen Betreiber ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Nach Angaben der NASA GmbH sollen dabei nicht nur wirtschaftliche Kriterien, sondern auch zusätzliche Leistungen bei Kapazität, Fahrzeugausstattung und Betrieb berücksichtigt werden.
EVN
