Ermittlungen gegen Lokführer nach Bahnunfall von Peiting


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PEITING / MÜNCHEN | Die Staatsanwaltschaft München II hat nach der Entgleisung eines Triebwagens im oberbayerischen Peiting Ermittlungen wegen Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet.

Diese richteten sich derzeit gegen einen Lokführer, sagte Matthias Enzler, Sprecher der Anklagebehörde. Ob den Betreffenden ein Verschulden treffe, sei aber völlig offen. Wie lange die Ermittlungen dauern, lasse sich derzeit nicht absehen, sagte Enzler. Das sei „sicher nichts, was in den nächsten Wochen abgeschlossen sein wird“. Zur Aufklärung des Unfalls werde wahrscheinlich die Einholung technischer Gutachten nötig sein.

Ein Unfallsachbearbeiter der Deutschen Bahn hatte bereits kurz nach der Entgleisung gegenüber einem Lokalsender gesagt, dass der Lokführer das erloschene Signal Ne13 überfahren habe. Dieses hätte ihm angezeigt, dass sich die Weiche nicht in Endlage befand. Folglich entgleiste der Zug, so der Fachmann. Die Bayerische Regiobahn (BRB), die die Strecke befährt, hatte hingegen erklärt, dass zum Unfallzeitpunkt eine schlechte Sicht geherrscht hätte.

Am Dienstagmorgen war die aus Weilheim kommende Bahn Richtung Schongau bei der Einfahrt in den Bahnhof Peiting-Ost entgleist, verletzt wurde aber niemand.

Der Unfall geht nach Einschätzung der BRB wahrscheinlich auf die Störung einer Weiche zurück. Die Klärung der Ursache laufe aber noch, hieß es. Die eingleisige Strecke zwischen Schongau und Peißenberg ist bis auf Weiteres gesperrt. Die BRB rechnet mit einer Sperrung für mindestens vier Wochen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen sei eingerichtet.


EVN / dpa

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