Lauterbach kritisiert Ende der FFP2-Maskenpflicht in Bayerns Bussen und Bahnen


BERLIN / MÜNCHEN | Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Abschaffung der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr in Bayern kritisiert.

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Ein Lockern in die Welle hinein wirke „unlogisch“ und diskreditiere gleichzeitig den Ruf nach mehr Maßnahmen durch den Bund, schrieb Lauterbach am Samstag auf Twitter. Die Entscheidung sei angesichts der Corona-Sommerwelle ein klarer Fehler.

Seit diesem Wochenende ist im Freistaat nur noch eine medizinische Maske in Bussen und Bahnen vorgeschrieben. „Wir setzen damit stärker auf die Eigen­verantwortung der Bürgerinnen und Bürger“, hatte Bayerns Gesund­heits­minister Klaus Holetschek (CSU) zur Begründung gesagt. „In den heißen Sommer­monaten, wie wir sie jetzt erleben, und unter den derzeitigen pandemischen Bedingungen halten wir dies für verhältnis­mäßig.“ Das bayerische Kabinett hatte die entsprechende Änderung der Corona-Verordnung am Dienstag beschlossen.

Holetschek wies die Kritik von Lauterbach indes zurück. Der CSU-Politiker sagte am Samstag: „Bayern hat mit am längsten von allen Bundesländern an der FFP2-Maske festgehalten.“ Wichtig sei, „dass die Maskenpflicht weiter besteht und die Masken korrekt getragen werden.“ Bereits das Gutachten des Sachverständigen­ausschusses am Freitag habe bestätigt, dass für die Schutzwirkung einer Maske insbesondere der richtige Sitz entscheidend sei.

Von Lauterbach forderte Holetschek, noch vor der Sommer­pause einen Entwurf für ein winterfestes Infektions­schutz­gesetz vorzulegen, „anstatt sorgfältig abgewogene Entscheidungen der Länder zu kritisieren“.

In anderen Bundesländern wie Berlin und Hamburg müssen Fahrgäste derzeit noch eine FFP2-Maske in Bussen und Bahnen tragen, andernorts wie in Sachsen reicht eine OP-Maske.


letzte Aktualisierung: 2. Juli 2022, 15:04 Uhr | EVN / dts Nachrichtenagentur / dpa | Foto: EVN / BMG