München stimmt über Namen für Tunnelbohrmaschine ab

Anna, Donna Maria oder Martha: In München läuft noch einige Tage ein Online-Voting über den Namen der ersten Tunnelbohrmaschine für die 2. Stammstrecke. Zur Auswahl stehen drei Vorschläge aus mehr als 1.000 Einsendungen.

Für die erste Tunnelbohrmaschine der 2. Stammstrecke in München stehen drei mögliche Namen zur Abstimmung, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Bürgerinnen und Bürger können demnach bis zum 24. Juli 2026 auf der Projektwebseite zwischen Anna, Donna Maria und Martha wählen. Die drei Finalistinnen wurden aus mehr als 1.000 eingereichten Vorschlägen ausgewählt.

Nach Angaben des Projektteams spielten bei der Auswahl neben dem Namen selbst auch die Begründungen, persönliche Bezüge, historische Hintergründe und Wortspiele eine wichtige Rolle. Der Vorschlag Anna verweist auf Anna Boyksen, die sich 1906 als erste Frau für ein Elektrotechnikstudium in München einschrieb. Der Name soll Mut, Innovation und Münchner Technikgeschichte symbolisieren.

Donna Maria verbindet den Startpunkt der Bohrarbeiten an der Donnersbergerbrücke mit dem Ziel am Marienhof. Zugleich spielt der Vorschlag auf Maria als Schutzpatronin Bayerns und auf Münchens Ruf als „nördlichste Stadt Italiens“ an. Martha erinnert an Martha Schneider-Bürger, die 1927 als erste deutsche Diplom-Bauingenieurin an der damaligen Technischen Hochschule München abschloss. Eingereicht wurde dieser Vorschlag von zwei Münchner Bauingenieurinnen, die damit weibliche Vorbilder in technischen Berufen sichtbarer machen wollen.

Unter allen Teilnehmenden, die für den späteren Siegernamen stimmen, verlost die Deutsche Bahn eine exklusive Führung mit Begehung der Tunnelbohrmaschine am 12. oder 13. September. An demselben Wochenende ist zudem ein Tag der offenen Baustelle am Tunnelportal West geplant. Besucherinnen und Besucher sollen die rund 178 Meter lange und 700 Tonnen schwere Maschine von außen sehen können.

Die Maschine soll planmäßig ab dem 17. September den Vortrieb Richtung Marienhof aufnehmen. Sie wird den rund drei Kilometer langen Erkundungs- und Rettungsstollen zwischen Donnersbergerbrücke und Marienhof herstellen. Entwickelt wurde die sogenannte Mixshield-Maschine gemeinsam von der ARGE Tunnel Hauptbahnhof und dem Hersteller Herrenknecht für die Bodenverhältnisse im Münchner Untergrund. Tunnelbohrmaschinen tragen traditionell weibliche Namen; dies geht auf die Heilige Barbara als Schutzpatronin der Bergleute und Mineure zurück.

EVN