Mehr Platz für Ausbildung und neue Technik: Die S-Bahn München hat in Steinhausen eine neue Akademie für Lokführerinnen und Lokführer eröffnet. Der Neubau soll den steigenden Personalbedarf decken und auf neue XXL-S-Bahnen vorbereiten.
Die S-Bahn München hat auf ihrem Werksgelände in Steinhausen eine neue Akademie für die Aus- und Fortbildung von Lokführerinnen und Lokführern eröffnet. In dem vierstöckigen Neubau sollen künftig rund 100 Auszubildende und Quereinsteigende sowie etwa 800 aktive Triebfahrzeugführerinnen und -führer regelmäßig geschult werden. Nach Angaben des Unternehmens werden damit erstmals sämtliche Qualifizierungsmaßnahmen des Fahrpersonals an einem zentralen Standort gebündelt.
Der Neubau umfasst mehr als 3.000 Quadratmeter Fläche und ersetzt die bislang auf mehrere Standorte verteilten Ausbildungsräume. Aufgrund begrenzter Kapazitäten im bisherigen Gebäude hatte die S-Bahn München zusätzliche Flächen anmieten und Containerlösungen nutzen müssen. Mit der neuen Akademie sollen Wege verkürzt, der Austausch zwischen Auszubildenden und Beschäftigten verbessert sowie moderne Lernbedingungen geschaffen werden.
Eine zentrale Rolle spielt die Einrichtung auch bei der Vorbereitung auf die nächste Fahrzeuggeneration der S-Bahn München. Ab Ende 2028 sollen schrittweise neue 200 Meter lange XXL-S-Bahnen in Betrieb gehen. Bereits in rund eineinhalb Jahren beginnt die Fortbildung des Fahrpersonals für die neuen Fahrzeuge. Dafür sind in der Akademie unter anderem Räume für Fahrsimulatoren vorgesehen.
Neben klassischen Unterrichtsräumen setzt die S-Bahn München auf moderne Ausbildungsformate. Zur Ausstattung gehören unter anderem mehrere Fahrsimulatoren, eine Lehr-Modellbahnanlage, ein Virtual-Reality-Raum sowie ein Podcast-Studio. Dort produzieren Auszubildende und Trainerinnen sowie Trainer einen internen Ausbildungspodcast für angehende Lokführerinnen und Lokführer.
Die S-Bahn München sieht in der Investition zugleich eine Reaktion auf den zunehmenden Fachkräftebedarf. Hintergrund sind sowohl der demografische Wandel als auch das geplante Angebotswachstum durch die zweite Stammstrecke.

EVN
