Der Bundestag hat grünes Licht für die Bahn-Neubaustrecke Dresden–Prag gegeben. Herzstück des Milliardenprojekts ist ein rund 30 Kilometer langer Tunnel durchs Erzgebirge, der Reisezeiten verkürzen und Güterverkehrskapazitäten erhöhen soll.
Mit einem Bundestagsbeschluss hat das Bahnprojekt für eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Dresden und Prag eine entscheidende politische Hürde genommen. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag für die geplante Neubaustrecke einschließlich eines rund 30 Kilometer langen Tunnels durch das Osterzgebirge. Damit kann die konkrete Detailplanung beginnen, auch wenn zentrale Fragen zur Finanzierung weiterhin offen sind.
Die etwa 150 Kilometer lange Strecke gilt als wichtiger Bestandteil eines geplanten internationalen Hochgeschwindigkeitskorridors zwischen Berlin, Prag und Wien. Kernstück des Vorhabens ist ein Tunnel zwischen Heidenau und Chabařovice an der deutsch-tschechischen Grenze. Mit rund 18 Kilometern auf deutscher Seite soll er zum längsten Eisenbahntunnel Deutschlands werden. Ziel ist es, die Fahrzeit zwischen Dresden und Prag deutlich zu verkürzen – von derzeit rund zweieinhalb Stunden auf künftig etwa eine Stunde.
Neben einer Beschleunigung des Personenverkehrs soll die neue Strecke auch den Güterverkehr entlasten. Der Verband Die Güterbahnen begrüßte insbesondere die geplante geringe maximale Streckenneigung von sieben Promille im Erzgebirgstunnel. Dadurch könnten nach Angaben des Verbands auch schwere Güterzüge die Verbindung ohne zusätzliche technische Einschränkungen nutzen. Die bestehende Strecke durch das Elbtal gilt als störanfällig und bereits heute stark ausgelastet.
Verbandsgeschäftsführerin Neele Wesseln bezeichnete die Berücksichtigung der Anforderungen des Güterverkehrs als wichtigen Fortschritt, kritisierte jedoch die lange Planungsdauer sowie die bislang begrenzten Mittel für den Schienenausbau. Die geschätzten Projektkosten liegen derzeit bei mindestens 5,6 Milliarden Euro. Nach aktuellem Planungsstand sollen die Bauarbeiten Ende 2032 beginnen, die Inbetriebnahme des Tunnels ist für 2044 vorgesehen.
EVN
