Der längste Eisenbahntunnel der Welt feiert Jubiläum: Zehn Jahre nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels hebt die SBB kürzere Reisezeiten, mehr Güterverkehr auf der Schiene und eine stärkere Nord-Süd-Verbindung in Europa hervor.
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Zehn Jahre nach der offiziellen Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ziehen die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) eine positive Bilanz zur Entwicklung des Bahnverkehrs durch die Alpen. Der am 1. Juni 2016 eingeweihte Tunnel gilt mit einer Länge von 57 Kilometern weiterhin als längster Eisenbahntunnel der Welt und hat nach Angaben der SBB die Verkehrsverbindungen zwischen Nord- und Südeuropa nachhaltig verändert. Gemeinsam mit dem Ceneri- und dem Lötschberg-Basistunnel bildet er das Kernstück der sogenannten Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT).
Seit der Inbetriebnahme seien rund 276.000 Güterzüge sowie 169.000 Personenzüge durch den Tunnel gefahren. Die Strecke habe insbesondere die Reisezeiten im Personenverkehr deutlich verkürzt. Seit der Fertigstellung des Ceneri-Basistunnels im Jahr 2020 seien Verbindungen zwischen dem Norden der Schweiz und dem Tessin nochmals beschleunigt worden. So beträgt die Fahrzeit zwischen Zürich und Lugano heute weniger als zwei Stunden und liegt damit rund 50 Minuten unter dem Niveau von 2015. Parallel dazu habe sich die Nachfrage auf der Gotthardachse nahezu verdoppelt.
Auch für den Güterverkehr hebt die SBB erhebliche Vorteile hervor. Durch die nahezu flach verlaufende Strecke unter den Alpen können längere und schwerere Güterzüge verkehren. Die Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene habe zugenommen, wenngleich nach Angaben des Unternehmens weiterhin ungenutzte Kapazitäten bestehen. Die vollständige Auslastung der Infrastruktur gilt aus Sicht der SBB als entscheidend, um die Verkehrsverlagerung weiter voranzutreiben und Emissionen zu reduzieren.
Trotz der Bedeutung des Basistunnels bleibt die historische Gotthard-Bergstrecke laut SBB weiterhin wichtig – sowohl für den Regionalverkehr als auch als Ausweichroute bei Störungen. Zudem dient sie touristischen Angeboten wie dem Gotthard Panorama Express. Für den langfristigen Betrieb investiert die SBB jährlich rund 35 Millionen Schweizer Franken in Wartung und Instandhaltung des Tunnels.
Sperrung nach Güterzugentgleisung im Jahr 2023
Nach der schweren Entgleisung eines Güterzuges im Jahr 2023 fordert die SBB rasche Maßnahmen zur Verbesserung der Wartung bestimmter Güterwagen internationaler Halter. Ursache des Unfalls im Gotthard-Basistunnel (GBT) sei ein Radscheibenbruch gewesen, der Schäden in Höhe von rund 150 Millionen Franken verursacht habe. Die Weströhre des Tunnels blieb infolge des Vorfalls rund ein Jahr gesperrt. Die SBB unterstützt nach eigenen Angaben Sicherheitsempfehlungen der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) und verweist auf geplante Maßnahmen des Bundesamts für Verkehr (BAV) in der Schweiz. Zudem habe das Unternehmen eigene Konsequenzen gezogen und kontrolliere Güterwagen intensiver als gesetzlich vorgeschrieben. Zusätzlich seien vor dem Gotthard-Basistunnel Entgleisungsdetektoren installiert und erfolgreich in Betrieb genommen worden.
EVN
