Der Bundesverband SchienenNahverkehr kritisiert die Debatte um die Entkriminalisierung des Schwarzfahrens. Diese Diskussion gehe nach Ansicht des Verbands an den wichtigen Themen vorbei.
Zur Diskussion über eine mögliche Entkriminalisierung des Schwarzfahrens hat sich der Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) kritisch geäußert. Die aus dem Bundesjustizministerium angestoßene Debatte gehe an zentralen Herausforderungen im öffentlichen Verkehr vorbei, heißt es von den Branchenvertretern.
Geschäftsführer Jan Görnemann warnte, dass ein Wegfall strafrechtlicher Konsequenzen zu höheren Schwarzfahrerquoten, Einnahmeverlusten und möglichen Sicherheitsproblemen führen könne. Die Finanzierung von Nah- und Regionalverkehr sei wesentlich auf Fahrgelderlöse angewiesen.
Stattdessen fordert der Verband, den Zugang zum öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern und zugleich wirtschaftlich tragfähige Tarifmodelle sicherzustellen. Als Beispiel nennt der Verband das Deutschlandticket, das bundesweit einen vergleichsweise günstigen Zugang ermögliche.
Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) erfülle eine zentrale Rolle für die gesellschaftliche Teilhabe. Daher müsse das Thema Schwarzfahren stärker als sozialpolitische Herausforderung betrachtet werden, um langfristig sowohl Nutzung als auch Finanzierung des Systems zu sichern.
EVN
