Betonplatten auf Gleisen: S-Bahn überfährt Hindernisse in München

Unbekannte haben mehrere Betonplatten auf die Gleise der S-Bahn-Strecke zwischen München-Neuaubing und Westkreuz gelegt. Eine S-Bahn der Linie S8 überfuhr die Hindernisse am Samstagabend mit rund 50 km/h.

Unbekannte Täter haben in München mehrere Betonplatten auf die Gleise der S-Bahn-Strecke zwischen Neuaubing und Westkreuz gelegt. Eine stadteinwärts fahrende S-Bahn der Linie S8 überfuhr die Hindernisse am Samstagabend gegen 21.20 Uhr mit rund 50 Kilometern pro Stunde. Das teilte die Bundespolizei mit.

Nach Angaben des 45-jährigen Lokführers war der Aufprall so stark, dass die Räder des vorderen Drehgestells kurzzeitig abhoben. Der Lokführer leitete daraufhin eine Schnellbremsung ein und setzte einen Notruf ab.

Im Zug befanden sich rund 200 Fahrgäste. Sie blieben unverletzt und wurden mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem Zug evakuiert. Anschließend setzten sie ihre Reise mit Ersatzbussen fort.

Einsatzkräfte stellten am Zug unter anderem ein abgerissenes Sandungsrohr sowie beschädigte Laufräder fest. Der Sachschaden wird nach ersten Schätzungen auf mindestens 10.000 Euro beziffert. Beschädigungen an den Gleisen wurden nicht festgestellt.

Am Tatort fanden Polizeikräfte insgesamt elf Betonplatten von etwa 50 mal 40 Zentimetern Größe. Die jeweils rund 20 Kilogramm schweren Platten stammten nach Angaben der Bundespolizei von einer Kabelschachtabdeckung und waren auf die Schienen gelegt worden.

Die Strecke zwischen Westkreuz und Freiham musste von 21.26 Uhr bis 0.01 Uhr gesperrt werden. Vier Züge sammelten zusammen 571 Verspätungsminuten, zudem kam es zu 13 Teilausfällen. Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

EVN