Aktivisten hängen Fake-Plakat zu Stuttgart 21 auf

In der Stuttgarter Innenstadt haben Aktivisten einen Werbeschaukasten gekapert und mit einem Fake-Plakat zu Stuttgart 21 bestückt. Zu sehen ist darauf Komikerin Anke Engelke für eine fiktive Eröffnungsfeier „irgendwann im 21. Jahrhundert“.

Mit einem Plakat haben Aktivisten in der Stuttgarter Königsstraße die Deutsche Bahn aufs Korn nehmen wollen. Laut einer Mitteilung der anonymen Aktionsgruppe „Dies Irae“ wurde am 3. Januar ein Werbekasten der Firma Ströer kurzzeitig mit einem eigens gestalteten „City‑Light‑Poster“ zum Bahnprojekt Stuttgart 21 bestückt.

Das Motiv zeigt Anke Engelke, die derzeit in der Bahn‑Kampagne „Boah, Bahn!“ als Testimonial auftritt, unter der Überschrift „Stuttgart 21 – Eröffnungsfeier mit Anke Engelke am 1. Juli … irgendwann im 21. Jahrhundert“. Die Aktion soll eine Persiflage auf die Selbstironie der Bahn‑Werbung sein und nach Angaben der Gruppe auf Missstände in Infrastruktur und Zuverlässigkeit hinweisen.

Den Aktivisten zufolge wurde das Plakat mit einfachem Werkzeug eingehängt und die Vitrine anschließend wieder verschlossen. Es sei kein Sachschaden entstanden und das ursprüngliche Plakat sei verblieben, stellte die Gruppe klar. Strafrechtliche Konsequenzen würden nicht drohen, ließen die unbekannten Verursacher wissen.

Das Projekt Stuttgart 21, das unter anderem den neuen Durchgangsbahnhof in der baden-württembergischen Landeshauptstadt umfasst, befindet sich nach mehreren Verzögerungen weiter im Bau. Die Bahn hatte zuletzt vor, den umgebauten Hauptbahnhof Ende 2026 teilweise in Betrieb zu nehmen. Seit einigen Wochen ist aber klar, daraus wird nichts – einen neuen Termin gibt es aktuell nicht.

EVN