Deutsche Bahn und Energiekonzern FFI entwickeln emissionsfreien Ammoniak-Wasserstoffmotor


BERLIN | Die Deutsche Bahn und das australische Energieunternehmen Fortescue Future Industries (FFI) haben eine Absichtserklärung zur Entwicklung neuer Antriebstechnologien unterzeichnet.

In einem ersten Projekt arbeiten beide Partner daran, Dieselmotoren für Lokomotiven und Triebfahrzeuge erstmals so zu modifizieren, dass sie mit Ammoniak und Wasserstoff betrieben werden können, wie die Bahn mitteilte. Neben der Entwicklung von emissionsfreien Antriebstechnologien sieht die Vereinbarung demnach auch eine Zusammenarbeit bei Logistik und Lieferketten für grüne Kraftstoffe vor.

„Wir verabschieden uns vom Diesel und setzen dabei auf neueste Technologien, dazu gehört der Ammoniak-Wasserstoffmotor. Dieser innovative Motor macht es möglich, vorhandene Dieselfahrzeuge emissionsfrei weiterzubetreiben“, sagte DB-Technikchefin Daniela Gerd tom Markotten. Sie versprach: „Bis 2040 wird die Bahn komplett klimaneutral sein.“

Die Güterverkehrschefin der Deutschen Bahn, Sigrid Nikutta, ergänzte: „Schon heute können wir in Flüssigkeit gebundenen Wasserstoff in herkömmlichen Kesselwagen transportieren. Das ist effizient und unkompliziert. Unser Ziel ist es, weitere Logistiklösungen für Wasserstoff zu entwickeln, denn die Schiene ist die klimafreundlichste Variante des Transports.“

Wie es in der Unternehmensmitteilung hieß, basiert der Ammoniak-Wasserstoffmotor auf einem vorhandenen Typ von Dieselmotoren. Dieser wird so verändert, dass er mit grünem Ammoniak und grünem Wasserstoff, hergestellt aus erneuerbaren Energien, betrieben werden kann. Ammoniak besitzt eine höhere Energiedichte als flüssiger Wasserstoff und lässt sich  so demnach leichter transportieren und speichern – ein Vorteil gegenüber reinem Wasserstoff.

Als Schlüsseltechnologie des Ammoniak-Wasserstoffmotors kommt laut Bahnangaben ein sogenannter Cracker des Stuttgarter Unternehmens Ammonigy zum Einsatz. Dieser spaltet einen kleinen Teil des Ammoniaks außerhalb des Motors in Wasserstoff und Stickstoff auf. Der so erzeugte Wasserstoff soll dann dem restlichen Ammoniak als Zündgas beigemischt werden und sorgt so für eine CO2-freie Verbrennung.

Ein erster Prototyp des Motors wird derzeit auf einem Motorenprüfstand getestet, wie eine Bahnsprecherin erklärte. Die Technologie solle gemeinsam mit FFI weiterentwickelt werden, unter anderem mit Dauerlaufversuchen und Emissionsmessungen. Beide Unternehmen investieren laut Mitteilung einen mittleren sechsstelligen Betrag in das Entwicklungsprojekt.


EVN | Foto: DB AG / Anastasia Schuster

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