Für geplante internationale Bahnverbindungen ab 2030 haben die Virgin Group und Alstom Vereinbarungen über zwölf Hochgeschwindigkeitszüge und deren langfristige Wartung unterzeichnet.
Der britische Bahnanbieter Virgin Group und der Zughersteller Alstom haben Verträge über die Lieferung von zwölf Hochgeschwindigkeitszügen der Plattform Avelia Stream sowie dazugehörige Wartungsleistungen unterzeichnet. Die Züge sollen den geplanten Ausbau internationaler Bahnverbindungen durch den Eurotunnel unterstützen, deren Aufnahme als Konkurrenz zum Eurostar ab 2030 vorgesehen ist.
Wie Alstom in einer Mitteilung erklärte, sollen die Züge im italienischen Savigliano entwickelt und gefertigt werden. Die Wartung der Flotte soll Alstom in Großbritannien übernehmen. Damit will das Unternehmen sowohl die Fahrzeuglieferung als auch die langfristige technische Betreuung abdecken.
Die Vereinbarung knüpft an die langjährige Zusammenarbeit beider Unternehmen an, wie es hieß. Alstom hatte für Virgin Trains bereits ab Anfang der 2000er Jahre Züge gebaut – damals die Pendolino der Baureihe Class 390, die auf der britischen West Coast Main Line eingesetzt wurden.
Virgin Group zufolge ist die jetzige Vereinbarung ein wichtiger Schritt bei den Plänen für neue Zugverbindungen durch den Ärmelkanal. Unternehmenschef Josh Bayliss erklärte, das Vorhaben werde Investitionen in den europäischen Schienenverkehr fördern und mehr als 1.000 Arbeitsplätze in Großbritannien und Europa sichern. Zudem sollen Millionen zusätzlicher Sitzplätze im grenzüberschreitenden Bahnverkehr geschaffen werden.
Alstom verweist auf die Energieeffizienz und betriebliche Flexibilität der Avelia-Stream-Plattform. Die Vereinbarungen umfassen neben der Herstellung der Züge auch Wartungsdienstleistungen über einen längeren Zeitraum.
Comeback für Virgin Trains
Die britische Marke Virgin Trains bereitet den Einstieg in den internationalen Hochgeschwindigkeitsverkehr durch den Ärmelkanaltunnel vor. Geplant ist ab Oktober 2030 – knapp elf Jahre nach dem Rückzug aus dem britischen Schienenfernverkehr – die Aufnahme täglicher Verbindungen zwischen London, Paris, Brüssel und Amsterdam. Das Vorhaben wurde nach der behördlichen Netzzulassung und der Präsentation der Pläne durch die Virgin Group konkretisiert.
Das damals von der Virgin Group und der Stagecoach Group geführte Gemeinschaftsunternehmen hatte im Dezember 2019 nach 22-jähriger Betriebszeit den Fernverkehr auf der britischen West Coast Main Line eingestellt. Virgin Trains bediente die Kernstrecke seit der Privatisierung von British Rail im März 1997 und führte dabei unter anderem die Neigezugflotte der Baureihe Pendolino ein, bevor die Konzession an das Nachfolgekonsortium Avanti West Coast überging.

EVN
