Neue Wege bei der Instandhaltung von Rangierlokomotiven

Ein neues Verfahren von Captrain, Liebherr und Demtech soll die Instandhaltung älterer Rangierlokomotiven vereinfachen. Dabei wird ein vormontierter Motor samt Kühlanlage in die Lok eingesetzt, ohne dass diese dafür umgebaut werden muss.

Die Captrain Deutschland-Gruppe hat gemeinsam mit Liebherr und dem Schweizer Motorspezialisten Demtech ein Verfahren zum standardisierten Austausch von Lokomotivmotoren entwickelt. Wie Captrain Anfang September mitteilte, wurde bei der Dortmunder Eisenbahn bereits eine erste Lokomotive mit dem System „Motor am Haken“ ausgerüstet. Dabei wird ein Liebherr-Motor in einen von Demtech entwickelten Rahmen eingebaut und zusammen mit einer neuen Kühlanlage in die Lok eingesetzt, ohne dass Umbauten am Fahrzeug erforderlich sind.

Zunächst soll das Verfahren bei dreiachsigen Rangierlokomotiven der Baureihe MaK G 76x C zum Einsatz kommen, eine Ausweitung auf weitere Baureihen ist vorgesehen. Bisher mussten die Originalmotoren aufwendig repariert und aufbereitet werden, wobei für ältere Motoren teilweise kaum noch Ersatzteile verfügbar sind.

Nach Angaben von Captrain können solche Instandhaltungen bis zu neun Monate dauern und hohe Kosten verursachen. Der standardisierte Austausch soll die Stand- und Ausfallzeiten der Lokomotiven deutlich reduzieren.

Die neuen Liebherr-Motoren erfüllen demnach die Abgasnorm Stage V und können mit HVO betrieben werden, wodurch die CO₂-Emissionen gegenüber herkömmlichem Dieselbetrieb reduziert werden sollen. Perspektivisch sei zudem eine Anpassung für den Betrieb mit Wasserstoff möglich, erklärte Captrain.

Die Dortmunder Eisenbahn plant, den Motorentausch künftig nicht nur für eigene Lokomotiven anzubieten, sondern auch anderen Eisenbahnunternehmen zur Verfügung zu stellen.

EVN