Nach einer verspäteten S-Bahn sind Reisende am Dienstagabend in Altenburg ohne Anschluss nach Zwickau geblieben. Pro Bahn kritisiert die fehlende Abstimmung zwischen Zugpersonal und Schienenersatzverkehr sowie widersprüchliche Informationen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn Mitteldeutschland kritisiert die Abstimmung zwischen Eisenbahnunternehmen und Schienenersatzverkehr nach einem Vorfall am späten Dienstagabend (15. September) in Altenburg. Wie der Verband mitteilte, erreichte die betreffende S-Bahn S5X den Bahnhof gegen 22:55 Uhr und damit rund zehn Minuten nach der planmäßigen Abfahrt des Ersatzbusses nach Zwickau. Der nächste reguläre Bus fuhr demnach erst um Mitternacht und bediente den längeren Linienweg der S5, sodass sich die geplante Ankunft in Zwickau von 23:49 Uhr auf 1:37 Uhr verschob.
Nach Angaben des Fahrgastverbands konnten Reisende vom Zugpersonal zunächst keine verlässlichen Informationen zum Ersatzverkehr erhalten. Eine zwischenzeitlich weitergegebene Information über einen weiteren Bus gegen 23:20 Uhr habe sich als falsch erwiesen.
Der Pro-Bahn-Vorsitzende für Mitteldeutschland, Markus Haubold, erklärte, dass es für Fahrgäste unerheblich sei, welches Unternehmen für einzelne Teile der Verkehrsleistung verantwortlich ist. Entscheidend seien funktionierende Anschlüsse oder zumindest belastbare Informationen über alternative Reisemöglichkeiten.
Die S-Bahn Mitteldeutschland wird derzeit vollständig von DB Regio betrieben, während die Länderbahn bei einzelnen Fahrten als Unterauftragnehmer eingesetzt wird. Gerade bei mehreren beteiligten Unternehmen müsse sichergestellt sein, dass alle Beteiligten über dieselben Informationen verfügten und abgestimmt handelten, erklärte Haubold.
Der Fahrgastverband fordert deshalb bessere Kommunikationswege zwischen Zugpersonal und Ersatzverkehr, großzügigere Wartezeiten bei nächtlichen Anschlüssen sowie eine aktive Information und Unterstützung der Fahrgäste bei Anschlussverlusten. Zudem sollten die Verantwortlichkeiten zwischen Haupt- und Unterauftragnehmern aus Sicht von Pro Bahn eindeutig geregelt werden.

EVN
