Brandanschlag auf Kohlebahn: Keine Hinweise auf Tatmotiv

Trotz ähnlichem Vorgehen wie bei anderen Fällen bleibt das Motiv für den Brandanschlag auf die Kohlebahnstrecke bei Hohenmölsen weiter unklar.

Rund ein Jahr nach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf eine für Kohletransporte genutzte Bahnstrecke am Tagebau Profen (Burgenlandkreis) gibt es weiter keine Hinweise für ein mögliches politisches Tatmotiv. Das erklärte das Landeskriminalamt (LKA) in Magdeburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Der Brand an der Bahnstrecke in Sachsen-Anhalt hatte sich im August vergangenen Jahres nahezu zeitgleich mit ähnlichen Kabelbränden auf der Bahnstrecke Düsseldorf-Duisburg ereignet. In Nordrhein-Westfalen hatte sich eine linksradikale Gruppe zu der Tat bekannt. Zu der Tat in Sachsen-Anhalt bekannte sich niemand. Vor Ort wurde aber „ein typischer Modus Operandi festgestellt, der aus kriminalistischen Erfahrungen einer linksextremistischen Motivation zugerechnet wird“, erklärte ein Sprecher des Magdeburger LKA weiter.

Mehrere Angriffe auf das Stromnetz in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen hatten in den vergangenen Tagen für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ein 48-jähriger Tatverdächtiger wurde am Dienstag von der Polizei in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Im Wohnmobil des mutmaßlichen Saboteurs hatte die Polizei ein Notizbuch mit handschriftlichen Vermerken zu mehr als 160 bisherigen und möglichen weiteren Sabotagezielen entdeckt. Ob der Verdächtige auch Anschlagspläne in Sachsen-Anhalt verfolgte, werde derzeit geprüft. Das LKA steht nach eigenen Angaben im engen Austausch mit den ermittlungsführenden Ländern.

dpa / EVN