Zweites Brückenteil am Erfurter Knoten eingeschoben

Am Schmidtstedter Knoten in Erfurt ist ein 1.000 Tonnen schwerer Brückenträger an seinen Platz gerückt. Damit nähert sich der Ersatzneubau der Bahnbrücke über die zentrale Kreuzung dem Abschluss.

Die Arbeiten an der Bahnbrücke am Schmidtstedter Knoten neben dem Erfurter Hauptbahnhof liegen nach Angaben der Bahn weiter im Zeitplan. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde der zweite neue Brückenträger erfolgreich in seine endgültige Position gebracht. Das mehr als 20 Meter lange und gut 16 Meter breite Bauteil wiegt rund 1.000 Tonnen und wurde mit selbstfahrenden Spezialfahrzeugen für Schwerstlasten bewegt.

Für den Transport kamen sogenannte SPMT-Fahrzeuge des Unternehmens Mammoet zum Einsatz. Diese Self-Propelled-Modular-Transporter (SPMT) werden wegen ihrer vielen Achsen auch „Tausendfüßler“ genannt. Sie nahmen den kompletten Walzträger auf und fuhren ihn langsam und kontrolliert an seinen Bestimmungsort. Bereits am 2. September war der rechte Brückenträger eingeschoben worden; nun folgte der linke Träger.

Mit dem Einbau beider Brückenteile geht das Projekt in die Schlussphase. Als Nächstes sollen die neuen Bauteile durch eine Fuge abgedichtet werden. Anschließend werden neue Gleise verlegt sowie unter anderem Signale und Oberleitungen errichtet. Der Zugverkehr über die betroffenen Gleise 9 und 10 soll voraussichtlich am 1. Oktober wieder aufgenommen werden.

Die vollständige Freigabe des Schmidtstedter Knotens für den Straßenverkehr ist nach Aufräumarbeiten und der Beseitigung von mehreren tausend Tonnen Schutt für Ende Oktober vorgesehen. Die Brücke verläuft unter den Gleisen 9 und 10 des Erfurter Hauptbahnhofs. Projektleiter Thomas Walter von DB InfraGO erklärte, Ziel sei es, dass die Züge bald wieder über die Gleise rollen und die zentrale Kreuzung wieder befahren werden könne.

Der bisherige Brückenüberbau stammte aus dem Jahr 1976 und war nach Angaben der Bahn mit sogenanntem Hennigsdorfer Spannstahl ausgerüstet. Dieser kann von Spannungsrisskorrosion betroffen sein. Deshalb hatte die DB entschieden, den rund 50 Jahre alten Überbau zu ersetzen. Das alte Brückenteil war am 18. August in einem Stück ausgehoben, auf die Kreuzung gefahren und dort zerlegt worden.

EVN