Wegen Verzögerungen bei der Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung verschiebt Thüringen die Ausschreibung mehrerer Regionalzuglinien. Der geplante Betriebsstart des Thüringer Elektro-Netzes im Dezember 2030 gilt nach aktuellem Stand als nicht mehr realistisch.
Thüringen hat die Neuausschreibung für sechs Regionalbahn- und Regionalexpresslinien wegen Verzögerungen beim Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung gestoppt. Laut Landesverkehrsministerium fehlen weiterhin Finanzierungsvereinbarungen zwischen dem Bund und der Deutschen Bahn für den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz. Zuvor hat der MDR darüber berichtet.
Die Strecke soll elektrifiziert und auf zwei bislang eingleisigen Abschnitten zweigleisig ausgebaut werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist derzeit nicht absehbar, nachdem die Finanzierung noch vom Bundestag beschlossen werden muss.
Ursprünglich war vorgesehen, das Thüringer Elektro-Netz im Dezember 2030 mit elektrischen und batterieelektrischen Fahrzeugen in Betrieb zu nehmen. Dieser Termin gilt nach Angaben des Ministeriums inzwischen als unrealistisch. Betroffen sind die Linien RE 1, RE 2, RE 3, RB 11, RB 20 und RB 21. Vier dieser Verbindungen verkehren auf der Mitte-Deutschland-Verbindung.
Das Ministerium will die Ausschreibung neu starten, sobald Klarheit über den Beginn des Streckenausbaus besteht. Erst nach der Vergabe könne der künftige Betreiber neue Fahrzeuge bestellen, deren Fertigung mehrere Jahre dauere.
Nach derzeitiger Planung müssten deshalb auch nach einer möglichen Elektrifizierung zunächst weiter Dieselzüge eingesetzt werden. Spätestens ab 2036 sollen auf der Mitte-Deutschland-Verbindung nur noch Elektrozüge eingesetzt werden.

EVN
