Pro Bahn hält das Alkoholverbot an deutschen Bahnhöfen grundsätzlich für sinnvoll. Der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß kritisiert jedoch Ausnahmen in Bahnhofskneipen und bezweifelt die Wirksamkeit bei großen Gruppen und bereits angetrunkenen Reisenden.
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die weitere Umsetzung des Alkoholverbots an deutschen Bahnhöfen, sieht aber noch Erklärungsbedarf hinsichtlich der beliebten Bahnhofskneipen. In vielen Bahnhöfen gebe es solche Lokale, sagte der Ehrenvorsitzende Detlef Neuß der Rheinischen Post (Mittwochsausgabe). „In der Kneipe darf man so viel trinken, wie man will, davor nicht einmal ein Radler.“ Diesen Widerspruch müsse die Bahn noch erklären.
Grundsätzlich sei ein Alkoholverbot jedoch sinnvoll. Gerade durch Alkoholkonsum würden extreme Situationen und Streit in der Bahn verstärkt, sagte Neuß. Bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen werde sich das Verbot allerdings kaum durchsetzen lassen. „Im Einzelfall wird das hilfreich sein, bei großen Gruppen wirkt ein solches Verbot eher begrenzt“, sagte Neuß. Zudem habe die Bahn keinen Einfluss darauf, „ob die Leute bereits angetrunken kommen“.
Vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Bahn ein Alkoholkonsumverbot an allen Bahnhöfen in Deutschland angekündigt – es soll ab Mitte Oktober bundesweit gelten. Am Dienstag begann die Umsetzung an den vier weiteren Stationen Berliner Hauptbahnhof, der Station Berlin-Gesundbrunnen sowie in Kiel und Braunschweig. An den Hauptbahnhöfen Bonn, Bremen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt (Main), Hamburg, Köln, München, Münster (Westf), Nürnberg und Regensburg besteht das Verbot bereits länger.

EVN / dts Nachrichtenagentur
