Nach Straßenbahnunfall in Gelsenkirchen: Zahl der Verletzten gestiegen

Nach dem Straßenbahnunfall in Gelsenkirchen sind 42 Menschen verletzt worden. Die drei Menschen in Lebensgefahr sind inzwischen stabil. Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen noch.

Nach dem schweren Straßenbahnunfall in Gelsenkirchen ist die Zahl der Verletzten deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 42 Menschen verletzt, wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte. Am Donnerstag war die Polizei noch von 25 Verletzten ausgegangen. 12 Menschen wurden schwer und 30 leicht verletzt.

Drei Menschen, die zunächst in Lebensgefahr schwebten, befinden sich inzwischen in einem stabilen Zustand. Sie zählen zu den zwölf Schwerverletzten. Die Zahl der Verletzten könne sich noch verändern, erklärte der Polizeisprecher. Manche Betroffene bemerkten erst einige Zeit nach dem Schock, dass es ihnen nicht gut gehe.

Fahrschulstraßenbahn war stehen geblieben

Wie die Polizei bereits am Donnerstag mitgeteilt hatte, war in der Nähe der Veltins-Arena eine Fahrschulstraßenbahn plötzlich stehen geblieben. Die mit Fahrgästen besetzte Bahn dahinter sei „auf die stehende oder langsam fahrende“ Bahn aufgefahren, hatte eine Polizeisprecherin geschildert.

Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern an. Ein spezialisiertes Team aus Bochum unterstützt die Gelsenkirchener Polizei. Zeugen werden befragt und der Fahrtschreiber mit wichtigen Daten zum Unfall ausgewertet.

Strecke wieder frei, Geschwindigkeit aber reduziert

Auch die Bergung der beiden beschädigten Straßenbahnen gestaltete sich aufwendig. Wegen der Oberleitung konnten die Fahrzeuge nicht ohne Weiteres mit einem Kran angehoben werden. Eine der Bahnen wurde inzwischen vollständig abtransportiert, die zweite zunächst an der Seite abgestellt. Die Strecke ist seit etwa 1.30 Uhr wieder freigegeben. Im Bereich der Unfallstelle muss der Straßenbahnverkehr wegen weiterer Arbeiten allerdings langsamer erfolgen.

Für die Bergung mussten die beschädigten Fahrzeuge zunächst aufwendig vorbereitet und anschließend auf spezielle Rollwagen gesetzt werden, wie die unterstützende Feuerwehr Essen mitteilte. Die technischen Arbeiten dauerten rund sechs Stunden. Unter anderem trennten die Einsatzkräfte mit Schneidbrennern Teile des stark verformten Fahrzeugrahmens ab und brachten verformte Drehgestelle wieder in Position. Anschließend wurden die Straßenbahnen mit einem Feuerwehrkran angehoben und auf die Rollwagen gesetzt.

dpa