Stadler und VIA Rail Canada schließen Vertrag über Hybridlokomotiven

Stadler hat einen Auftrag von VIA Rail Canada über 45 Hybridlokomotiven erhalten. Die Fahrzeuge sollen den Personenverkehr modernisieren und durch batteriegestützte Traktion den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen senken.

Der Zughersteller Stadler hat mit VIA Rail Canada einen Vertrag über die Lieferung von 45 Hybridlokomotiven unterzeichnet. Laut Unternehmensangaben umfasst die Vereinbarung zudem die technische Unterstützung und Ersatzteilversorgung über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die Lokomotiven sollen nach Angaben von Stadler unter den anspruchsvollen klimatischen Bedingungen Kanadas mit Temperaturen von bis zu minus 50 Grad Celsius eingesetzt werden können. Sie kombinierten einen dieselelektrischen Antrieb mit einem batteriegestützten Traktionssystem und erreichten eine Leistung von bis zu 4 Megawatt am Rad sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde.

Die Batterien würden zudem Energie für Traktion, Bordsysteme und die Versorgung der Wagen bereitstellen. Durch die Rückgewinnung von Bremsenergie solle die Energieeffizienz steigen und der Kraftstoffverbrauch sowie die Treibhausgasemissionen sinken.

In Bahnhöfen und anderen umweltsensiblen Bereichen könnten die Lokomotiven nach Unternehmensangaben auch im Batteriebetrieb eingesetzt werden, wodurch sich Lärm- und Abgasemissionen verringern ließen. Stadler zufolge seien die Fahrzeuge auf eine Recyclingquote von mehr als 92 Prozent und eine Verwertungsquote von über 95 Prozent ausgelegt. Die Lokomotiven sollen sowohl größere Ballungsräume als auch abgelegene Gemeinden im kanadischen Bahnnetz miteinander verbinden.

Entwicklung, Produktion und Lieferung übernimmt Stadler Valencia, während Teile der Endmontage sowie Tests und Inbetriebnahme in Kanada erfolgen sollen. Für Wartung und technische Unterstützung will Stadler nach eigenen Angaben eine kanadische Tochtergesellschaft aufbauen, deren Mitarbeiter an wichtigen Wartungsstandorten von VIA Rail eingesetzt würden.

EVN