BVG stoppt Werbekampagne von Medienportal Nius

Die BVG hat die Werbekampagne des Medienportals Nius mit sofortiger Wirkung beendet. Anlass ist ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Motiv, das aus Sicht des Unternehmens rechtliche Grenzen überschreitet.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben ihren Werbevermarkter aufgefordert, die Werbekampagne des rechtskonservativen Medienportals Nius mit sofortiger Wirkung zu beenden. Anlass sei ein in sozialen Netzwerken veröffentlichtes Werbemotiv, das nach Auffassung der BVG den Eindruck erwecke, in der Berliner U-Bahn ausgehängt zu sein und rechtliche Grenzen überschreite. Das teilte das Unternehmen in einer Mitteilung mit.

Streitpunkt des abgebildeten Motivs ist der Satz: „Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern“. Nach Angaben des Unternehmens war dieses Motiv weder Teil der ursprünglich gebuchten Kampagne noch von der BVG oder ihrem Vermarkter freigegeben worden. Weil diverse Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich verstehen, durch die Formulierung ausgeschlossen werden, sieht das Unternehmen darin eine Diskriminierung.

Zum Zeitpunkt der Buchung hätten ausschließlich rechtlich unbedenkliche Motive vorgelegen, heißt es von der BVG. Der Nahverkehrsbetreiber verweist darauf, als öffentliches Unternehmen an Grundrechte wie Meinungsfreiheit und Gleichbehandlung gebunden zu sein, Werbeinhalte jedoch gesetzlichen Vorgaben entsprechen müssten. Die Verkehrsbetriebe zögen dort Grenzen, wo Rechte Dritter verletzt würden oder der Eindruck entstehe, rechtswidrige Inhalte würden von der BVG verbreitet oder gebilligt.

EVN