Die Allianz pro Schiene begrüßt die neue ERTMS-Koordinierungsstelle des Bundes, sieht bei der Digitalisierung der Schiene jedoch weiter großen Nachholbedarf. Gefordert werden klare Zeitpläne und Fördermittel für die Fahrzeugumrüstung.
Der Branchenverband Allianz pro Schiene hat die Einrichtung einer neuen ERTMS-Koordinierungsstelle zur Digitalisierung des Bahnverkehrs in Deutschland positiv bewertet. Gleichzeitig mahnt der Verband deutlich mehr Tempo beim Ausbau des europäischen Zugsicherungssystems ETCS an.
Nach Angaben des Verbands sind bislang weniger als zwei Prozent der Bundesschienenwege mit ETCS ausgestattet. Damit liege Deutschland deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt zurück. Laut Zahlen der Unternehmensberatung SCI Verkehr verfügen europaweit bereits rund neun Prozent des Schienennetzes über die entsprechende Technik.
Die neue Koordinierungsstelle unter Leitung des Bundesverkehrsministeriums soll künftig die Digitalisierung der Schiene besser steuern und die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Branche koordinieren. Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Dirk Flege bezeichnete dies als wichtigen organisatorischen Schritt.
Der Verband fordert nun insbesondere eine Förderrichtlinie für die Umrüstung bestehender Fahrzeuge auf das europäische Zugsicherungssystem. Sowohl die Infrastruktur als auch Lokomotiven und Triebzüge müssten für ETCS angepasst werden. Die bislang entlang der Strecke installierte Signaltechnik soll dabei künftig durch digitale Übertragung direkt in den Führerstand ersetzt werden.
Nach Einschätzung der Allianz pro Schiene dürften Eisenbahnverkehrsunternehmen mit den hohen Investitionskosten nicht allein gelassen werden. Ziel von ERTMS und ETCS ist es, nationale Sicherungssysteme europaweit zu vereinheitlichen und den grenzüberschreitenden Bahnverkehr effizienter zu machen.
EVN
