Nach dem Freispruch und der angekündigten Revision im Prozess zum Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen hat EVG-Vorsitzender Martin Burkert politische und strukturelle Konsequenzen gefordert. Er wolle das Thema erneut im Bahn-Aufsichtsrat aufgreifen.
Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, hat nach dem Freispruch im Prozess zum Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen Lehren aus dem Unglück gefordert. Burkert erklärte, die Verantwortung für das Unglück liege nicht bei den angeklagten Eisenbahnern, sondern in jahrelangen Einsparungen bei der Bahn.
„Im Prozess um das schreckliche Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen saßen die Falschen auf der Anklagebank. Jahrzehntelang haben Verkehrsminister und Bahnvorstände, die alle längst weg sind, die Bahn mutwillig kaputtgespart“, betonte der EVG-Chef. Das Gericht habe mit dem Freispruch deutlich gemacht, dass eine individuelle Schuldzuweisung nicht gerechtfertigt sei.
Burkert äußerte die Hoffnung, dass die angekündigte Revision der Staatsanwaltschaft erfolglos bleibe. Zugleich kündigte er an, das Zugunglück erneut im Aufsichtsrat des Bahnkonzerns zu thematisieren. Von der Bahn-Vorständin Evelyn Palla erwarte er Aussagen dazu, welche Konsequenzen aus dem Unglück und dem Prozess gezogen würden.
Im Juni 2022 waren bei der Entgleisung eines Regionalzuges fünf Menschen gestorben und Dutzende verletzt worden. Zwei Bahnmitarbeiter wurden kürzlich vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen. Ursächlich für das Unglück waren kaputte Betonschwellen. Eine chemische Reaktion innerhalb der Schwellen habe dazu geführt, dass sie morsch wurden.
EVN
