Kameras und Drohnen: Bahn setzt gegen Saboteure auf Technik


Die Brandsätze an einer zentralen Bahnstrecke in NRW werfen erneut die Frage auf, wie sich die Bahn gegen Saboteure schützen kann. Mit Zäunen eher nicht – bei einem Streckennetz von über 33.000 Kilometern.

  aktualisiert  

Angesichts der massiven Bahnstörungen in Nordrhein-Westfalen durch zwei Brandsätze stellt sich die Frage, was die Bahn gegen Sabotage ihrer Schienenwege tun kann. Ein komplettes Einzäunen aller Bahnanlagen sei nicht realistisch, sagte ein Bahnsprecher auf Anfrage. Allein in NRW umfasse das Streckennetz rund 4.700 Kilometer. Bundesweit ist das Netz nach DB-Angaben rund 33.400 Kilometer lang.

Ein Zaun für das gesamte Streckennetz würde fast eineinhalbmal um die Erde reichen, erklärte der Sprecher. Auch ein ständiges Bewachen des gesamten Netzes durch Streifen rund um die Uhr werde durch die schiere Größe erschwert. Dagegen setze die Bahn auf moderne Technik – etwa Kameras, Drohnen und Sensoren.

Sensoren und Wärmebildkameras schützen Gleise

Bundesweit betreibe die Bahn aktuell rund 10.000 Kameras. Schnellfahrstrecken wie Köln – Aachen oder Köln – Frankfurt/Main würden zudem regelmäßig mit Drohnen überflogen. Mit Luftbildkameras ließen sich auch schwer zugängliche Stellen inspizieren. Neben Vandalismus könnten so auch Graffitischäden erkannt und beseitigt werden.

Um weitläufige Bahnanlagen, Bahnhöfe sowie Gleis- und Abstellanlagen zu überwachen, kämen neben mobiler und stationärer Videotechnik außerdem Trittschallsensoren und Wärmebildkameras zum Einsatz, sagte der Sprecher.

Die Bahn bemüht sich außerdem, wichtige Verbindungen – so wie im NRW-Fall Kabel zur Steuerung von Weichen und Signalen – möglichst redundant, also mehrfach auszubauen. So sollen sie sicherer gegen Angriffe werden.


dpa / EVN