Nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge in München-Milbertshofen ist ein Bahnmitarbeiter ums Leben gekommen. Die Ermittlungen zur Ursache des schweren Rangierunfalls dauern an.
aktualisiert
Nach dem schweren Güterzugunglück in München-Milbertshofen hat die Polizei weitere Details zum Unfallhergang veröffentlicht. Bei dem Zusammenstoß zweier Güterzüge in der Nacht zum 20. Juni kam ein 46-jähriger Rangierbegleiter ums Leben. Der Unfall ereignete sich gegen 1.40 Uhr auf einer Bahnüberführung im Bereich der Schleißheimer Straße während Rangierfahrten.
Nach bisherigen Ermittlungen befuhren zwei Güterzüge parallel verlaufende Gleise in entgegengesetzter Richtung. Einer der Züge war aus Richtung Freimann unterwegs, der andere aus Richtung Moosach. Beide Züge bestanden neben den Lokomotiven aus jeweils rund 25 Waggons und hatten eine Gesamtlänge von etwa 700 Metern. Im Bereich einer Weichenverbindung wurde der aus Moosach kommende Zug auf das Gleis des anderen Zuges geleitet und prallte frontal in den mittleren Abschnitt des entgegenkommenden Zuges.
Durch die Kollision entgleisten mehrere Waggons. Zwei Wagen wurden so stark aus den Gleisen gehoben, dass sie über das Brückengeländer auf die darunter verlaufende Schleißheimer Straße stürzten. Der auf einem Trittbrett mitfahrende Rangierbegleiter erlitt dabei tödliche Verletzungen. Die beiden Lokführer wurden vor Ort durch ein Kriseninterventionsteam betreut.
Auch am Boden entstanden Schäden. Ein Linienbus wurde von herabfallenden Trümmerteilen getroffen und leicht beschädigt, der Fahrer blieb unverletzt. Zudem wurden sieben parkende Fahrzeuge durch herumfliegende Teile beschädigt. In den Waggons befand sich laut Polizei keine Ladung, sodass keine Gefahr für die Bevölkerung bestand.
Die Bergungsarbeiten dauerten über Stunden an und erforderten den Einsatz von Schwerlastkränen. Die Schleißheimer Straße blieb im Bereich der Unfallstelle zunächst weiterhin gesperrt. Da ausschließlich Gütergleise betroffen sind, kommt es im Regional- und Fernverkehr zu keinen Einschränkungen. Zur Klärung der Unfallursache wurde ein Gutachter hinzugezogen. Die Ermittlungen führt die Münchner Verkehrspolizei.

dpa
