Pro Bahn wirft der Bundesregierung Versäumnisse beim Ausbau grenzüberschreitender Bahnverbindungen vor. Trotz politischer Ankündigungen fehle es an konkreten Maßnahmen und der Finanzierung.
Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die Bundesregierung für mangelnde Fortschritte beim Ausbau von Bahnverbindungen nach Osteuropa kritisiert. Anlass sind Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich für eine schnellere Entwicklung entsprechender Strecken ausgesprochen hatte.
Pro Bahn fordert konkrete Investitionen und verbindliche Zeitpläne statt politischer Ankündigungen. Verbandsvertreter wie Lukas Iffländer und Michael Koch verweisen darauf, dass Nachbarländer wie Polen und Tschechien ihre Infrastruktur bis an die deutschen Grenzen bereits ausgebaut und elektrifiziert hätten.
Als Beispiele nennt der Verband unter anderem die Strecke zwischen Wrocław und Zgorzelec sowie die sogenannte Ostbahn von Berlin nach Kostrzyn. Auf deutscher Seite fehle es hingegen an Fortschritten und Finanzierung.
Auch im Verkehr mit Tschechien sieht der Verband Defizite. So gebe es entlang der Grenze lediglich einen elektrifizierten Übergang auf der Strecke Dresden–Prag. Geplante Projekte wie eine Neubaustrecke seien bislang nicht ausreichend finanziert.
Pro Bahn kritisiert, dass der Ausbau der Schiene im Gegensatz zum Autobahnbau seit dem EU-Beitritt der Nachbarländer kaum vorangekommen sei, und fordert ein stärkeres Engagement der Bundesregierung für den grenzüberschreitenden Bahnverkehr.
EVN
