Wirtschaftskammern in Rheinland-Pfalz fordern: Gewerbegebiete mit dem Nahverkehr erreichen

Die Wirtschaft macht Druck auf die Politik: Die künftige Landesregierung in Rheinland-Pfalz muss bessere Bedingungen für die Betriebe schaffen.

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft fordert eine bessere Anbindung von Gewerbegebieten an den Nahverkehr. “Das ist kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für Fachkräftesicherung, Klimaschutz und wirtschaftliche Teilhabe in ganz Rheinland-Pfalz”, sagte Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen.

Die Erreichbarkeit von Gewerbegebieten, auch in Randzeiten und am Wochenende, sei vielfach mangelhaft, kritisierte Szwede. Der Landesnahverkehrsplan müsse dieses Thema verbindlich adressieren. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Erreichbarkeit der Gewerbegebiete mit dem ÖPNV im Landesnahverkehrsplan nicht mindestens als Ziel unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit fest verankert wird.

Forderung nach mehr Gewerbe- und Industrieflächen

Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz, unterstrich die Bedeutung von Gewerbe- und Industrieflächen für den Standort: Ohne genügend dieser Flächen gebe es keine Investitionen, keine Innovation und keine Arbeitsplätze. Die Landesregierung habe diese Landesentwicklung jedoch sträflich vernachlässigt.

Die von der Landesregierung landesweit ausgewählten Turboflächen für Gewerbe- und Industrie seien ein erfreulicher Schritt, aber sicherlich nur ein erster Anfang, um dem landesweiten Mangel an Gewerbeflächen begegnen zu können, mahnte Rössel. Eine erfolgreiche Ansiedlungspolitik und damit eine nachhaltige Stärkung der Wirtschaftsstruktur sei nur möglich, wenn Flächen angebotsorientiert ausgewiesen werden.

Neue Landesregierung muss für Wirtschaft liefern

Der Hauptgeschäftsführer forderte einen spürbaren Bürokratieabbau für die Firmen in Rheinland-Pfalz. Unternehmen müssten vor allem bei Dokumentations- und Berichtspflichten spürbar entlastet werden. Die Wirtschaft stecke im dritten Jahr wirtschaftlicher Schwäche. Die neue Landesregierung müsse nach der Landtagswahl im März ein wirtschaftspolitisches Aufbruchsignal setzen mit konkreten und belastbaren Maßnahmen.

dpa / EVN