Grünen-Chefin Lang kritisiert Boni für Bahnvorstände


BERLIN | Grünen-Chefin Ricarda Lang hält die Bonuszahlungen für Vorstände der Deutschen Bahn für unangemessen und ungerecht.

„Die Boni bei der Bahn mögen rechtlich legitim sein, aber ich glaube, mit Gerechtigkeit haben sie rein gar nichts zu tun“, sagte Lang am Montag. Es gehe zwar darum, eine Zahlung aus den vergangenen Jahren nachzuholen. Trotzdem sei es „ein mehr als schwieriges Signal“ in einer Zeit, wo die Mitarbeiter um jeden Euro kämpfen müssten und für alle Bürgerinnen und Bürger vieles teurer werde.

Außerdem habe der Bahnvorstand seine selbstgesteckten Ziele etwa für Pünktlichkeit oder Kundenzufriedenheit nicht erreicht, sagte die Co-Vorsitzende. Das Boni-System müsse verändert werden.


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In diesem Jahr galt ein Boni-Verbot für Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die mehr als 25 Millionen Euro aus der Strompreisbremse erhalten haben. Da die Preisbremse zum Jahresende ausläuft, fällt dann auch das Boni-Verbot.

Im Aufsichtsrat der Bahn wurde vor einigen Monaten ein neues Vergütungssystem beschlossen. Bahn-Chef Richard Lutz wird laut Geschäftsbericht für 2022 einen Bonus von mehr als 1,26 Millionen Euro erhalten. Infrastrukturvorstand Berthold Huber bekommt demnach 699.000 Euro als „variable Vergütung“, wie der Bonus bei der Bahn genannt wird. Personalvorstand Martin Seiler erhält 736.000 Euro zusätzlich.


dpa