GDL-Chef: Bahntarifstreit wird durch Bonuszahlungen noch härter


BERLIN | Die Bonuszahlungen für Manager der Deutschen Bahn führen nach Ansicht der Lokführergewerkschaft GDL zu einer Verschärfung der Tarifauseinandersetzung.

„Der Tarifkonflikt wird nach dem Bekanntwerden der Boni keineswegs entschärft. Er wird noch härter“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem Tagesspiegel laut Bericht vom Montag. Die Konzernspitze habe sich ihre Boni-Regelungen so schreiben lassen, dass die Voraussetzungen immer erfüllt seien.

Zuvor war bekanntgeworden, dass die Bahn, die die Strompreisbremse in Anspruch genommen hatte, ihre zurückgehaltenen Boni auszahlen kann. Bisher galt wegen der staatlichen Hilfe ein Boni-Verbot. Bahn-Chef Richard Lutz etwa wird laut Geschäftsbericht für 2022 einen Bonus von mehr als 1,26 Millionen Euro erhalten. Der Bahn-Aufsichtsrat hat inzwischen ein neues Vergütungssystem beschlossen.

Im Tarifstreit zwischen GDL und Bahn war schon in den vergangenen Wochen kein Lösungsweg in Sicht. Nach den Weihnachtsferien könnte es erneut zu Arbeitsniederlegungen kommen. Weselsky kritisiert das Management immer wieder und sagte etwa im November: „Nieten in Nadelstreifen, mit Millionengehältern, sitzen im Bahntower, machen sich einen Fetten und haben keine Ahnung, wie man eine Eisenbahn organisiert.“


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dpa