Tödlicher Arbeitsunfall in Hürth – Arbeiter offenbar ohne Genehmigung im Gleis


KÖLN | Die beiden Arbeiter, die am vergangenen Donnerstag in Hürth bei Köln von einem Zug erfasst und getötet wurden, hielten sich laut einem Medienbericht ohne Genehmigung im Gleis auf.

Eine Sperrung sei zwar beantragt, aber abgelehnt worden, berichtete die Bild unter Verweis auf eigene Informationen. Warum die Bauarbeiter dennoch die Strecke betreten hätten, um das abgesackte Gleis zu stabilisieren, sei nun Teil der Ermittlungen.

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am Mittwoch, kurzfristige Arbeiten im Gleis würden zwar grundsätzlich gestattet, jedoch nur, wenn sichergestellt sei, dass die Zeitspanne zwischen zwei Zügen lang genug sei. Nur dann könne der Fahrdienstleiter die Genehmigung erteilen. Und auch dann sei das Betreten der Gleise nur erlaubt, wenn Sicherungsposten den Bautrupp begleiteten. Die Staatsanwaltschaft Köln wollte die Berichte am Mittwoch nicht kommentieren.

Ein Intercity hatte die Arbeiter am Donnerstagvormittag erfasst. Die beiden Männer im Alter von 27 und 31 Jahren starben noch am Unfallort. Wie ein Bahnsprecher mitteilte, waren auf der Tagesbaustelle Kabelbauarbeiten vorgesehen. Grundsätzlich wird laut Bahn für jede Baumaßnahme ein individueller, an die örtlichen Gegebenheiten angepasster Sicherungsplan erstellt. Das gelte selbstverständlich auch für Tagesbaustellen. Die Baustellenteams werden demnach durch technische Sicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel automatische Warnsysteme oder durch menschliche Sicherungsposten geschützt, die das Team bei Gefahren direkt warnen.


EVN / dpa